Börse mit Dustin Klass

KW26/2022

Market-RoundUp / KW26 /  28.06.2022

Market-RoundUp KW26 / 2022

DAX und Co. / Mercedes-Benz-Group
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Dustin Klass
Lesezeit: 7 Minuten

unsere heutigen Themen sind:

  • Ausverkauf am Dax
  • US-Börsen im Aufwind
  • ein deutscher Dividendentitel

Alphabet nutzt seine starke Marktstellung im Bereich der Suchmaschinen, um kleinere und zukunftsträchtigere Bereiche auszubauen und zu optimieren wie zum Beispiel die Google Cloud. Das Cloudgeschäft Alphabets ist eines der zukunftsträchtigen Bereiche des Unternehmens und erzielt aktuell knapp 7% des Umsatzes. Die Google-Cloud-Plattform (GCP) zählt neben AWS (Amazon), Azure (Microsoft) zu den größten Public Cloud Anbietern weltweit. Die Plattform bietet ihren Kunden über 100 Services, welche von den unterschiedlichsten Hosting-Services für Computing, über Storage bis hin zur Anwendungsentwicklung gehen.

Dow Jones: +0,2%
Dow Jones: -3.2%
Dow Jones: -3.2%

Markt-Entwicklung letzte Woche

Deutschland

DAX: -0,6%

Der Dax startete positiv in die neue Handelswoche und verzeichnete nach Börsenschluss ein Plus von 1,1%. Trotz des Tagesplus verstärkten die zurückgehenden Gaslieferungen von Russland die Sorgen der Anleger vor einer Abkühlung der Wirtschaft. Zusätzlich belastete die neuen geplanten Notfallmaßnahmen zur Sicherung der deutschen Gasversorgung den Dax am Montag. Am Dienstag gab der Deutsche Aktienindex seine anfänglichen Kursgewinne zunächst wieder ab, verließ den Handel nach einigen Schwankungen dennoch mit einem kleinen Tagesplus. Der Euro legte im Laufe des Intraday-Handels gegenüber dem starken US-Dollar 5% zu.

Am Mittwoch kam es erneut zu Rezessionsängsten am deutschen Aktienmarkt ein, sodass der Dax zeitweise unterhalb der 13.000 Punkte Marke notierte. Am Donnerstag blieben Anleger angesichts anhaltender Konjunktursorgen vorsichtig. Die Einkaufsmanagerindizes lagen unter den Erwartungen.  Bank-Werte zählten am Donnerstag zu den größten Verlierern. Am Freitag notierte der Dax trotz einem schlechter als erwarteten Ifo-Geschäftsklimaindex deutlich über der 13.000 Punkte Marke. Nach zuvor zwei Anstiegen verschlechterte sich die Stimmung in den Chefetagen deutscher Unternehmen angesichts steigender Energiepreise und einer drohenden Gasverknappung. Die Sorge vor fallenden Geschäftsgewinnen wird hier immer größer. 

Auf Wochensicht verlor der Dax 0,6%.

US-Märkte

S&P 500: 5,3%

Dow Jones: 4,7%

Nasdaq 100: 5,8%

Die wichtigsten US-amerikanischen Indizes starteten am Dienstag mit deutlichen Kurzaufschlägen in die neue verkürzte Börsenwoche, nachdem die US-Börsen aufgrund eines Feiertages am Montag geschlossen blieben. Der 30-Werte umfassende Dow Jones schloss 2,2% höher auf 30.530 Punkten. Der Techlastige Nasdaq 100 rückte 2,5% auf 11.069 Punkte vor und der breitgefasste S&P 500 verzeichnete ein Plus von 2,4% auf 3.764 Punkte. Am Mittwoch belasteten Aussagen des US-Notenbankchefs Jerome Powell über weitere drastischere Zinsschritte bei der halbjährlichen Anhörung vor dem Kongress, das Marktgeschehen am US-amerikanischen Aktienmarkt. Er betonte, dass eine abflauende Wirtschaft für eine Senkung der Inflation eventuell nötig sei. Die wichtigen Indizes reagierten mit leichten Verlusten, auf die weiteren geplanten Zinsschritte.

Am Donnerstag notierten die großen US-amerikanischen Indizes nach einem volatilen Intraday-Handel in der Gewinnzone. Besonders Technologiewerte waren bei Anlegern gefragt. Zum Wochenschluss am Freitag gerieten die anhaltenden Inflations- und Konjunkturängste in den Hintergrund. Für Auftrieb an den US-Börsen sorgten sich zuletzt verlangsamte Konjunkturindikatoren, wovon sich Anleger mildere Zinsanhebungen erhofften. 

Nach einer verkürzten Handelswoche legte der Dow Jones 4,7% zu, der Nasdaq 100 rückte 5,8% vor und der S&P 500 stieg 5,3% an.

 

Asien

Hang Seng: 3,7%

Nikkei 225: 1,3%

Zum Wochenauftakt am Montag konnten sich die asiatischen Börsen auf keine gemeinsame Richtung einigen. Die Börse in Japan belastete die Angst vor einem weltweiten konjunkturellen Abschwung. Der Nikkei 225 gab 0,7% nach. In China herrschte am Montag positive Stimmung. Der Hang Seng legte 1,0% zu. Am Dienstag drehten die asiatischen Märkte nach Handelsschluss ins Plus trotz der anhaltenden Rezessionssorgen der Anleger.

Am Mittwoch gaben die großen asiatischen Indizes nach einem volatilen Intraday-Handel nach und die Inflations- und Konjunkturängste gerieten wieder in den Mittelpunkt an den asiatischen Börsen. Am Donnerstag und Freitag stimmte die Erholung an den US-Börsen auch die Anleger an den asiatischen optimistisch. Zusätzlich hellte eine von der chinesischen Notenbank umgerechnete Geldspritze von 8,5 Mrd. Euro die Stimmung am chinesischen Aktienmarkt auf.

Auf Wochensicht legte der Hang Seng 3,7% zu und der Nikkei 225 1,3%.

Aktie:

Mercedes-Benz-Group

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Heute wollen wir einen Blick auf einen Titel aus unserer Dividenden-Watchlist werfen.

Die Mercedes-Benz Group ist ein global operierender Automobilhersteller. Das Unternehmen ist in Stuttgart ansässig, beschäftigt weltweit knapp 170.000 Mitarbeiter und ist am Kapitalmarkt rund 69 Mrd. € wert. Nach der Abspaltung und Börsennotierung der Daimler Truck Holding AG zum Jahresende 2021 fokussiert sich der Konzern nun auf Personenkraftwagen und den damit einhergehenden Finanzdienstleistungen.

Mit der Abspaltung und Ausgliederung des Daimler Nutzfahrzeuggeschäfts veränderte sich die Struktur des Konzerns. Das Unternehmen reagiert damit auf fehlende Synergien und geringe industriellen Schnittmengen zwischen dem Pkw- und Nutzfahrzeuggeschäft. Nach Vollzug der Transaktion im Dezember 2021 wird die operative Geschäftstätigkeit der Mercedes-Benz Group in den Geschäftsfeldern Mercedes-Benz Cars, Mercedes-Benz Vans und Mercedes-Benz Mobility geführt.

 

Mercedes-Benz Cars bietet ein breites Produktportfolio – von der Kompaktklassefamilie über eine große Vielfalt an C- und E-Klasse Modellen, SUVs, Roadstern, Coupés und Cabrios bis hin zu den Luxuslimousinen der S-Klasse. Das Produktportfolio umfasst neben der Marke Mercedes-Benz auch die Marken Mercedes-AMG, Mercedes-Maybach, Mercedes-EQ, smart sowie die Produktmarke G-Klasse.

Das Produktangebot von Mercedes-Benz Vans umfasst das Transporter Geschäft des Unternehmens. Vertrieben werden unter anderem gewerbliche Modelle wie Sprinter, Vito oder Citan, aber auch Automobile für Privatkunden wie die Großraumlimousine V-Klasse und die Marco Polo Reise- und Freizeitmobile. Das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Mobility unterstützt weltweit den Absatz der Automobilmarken der Mercedes-Benz Group mit maßgeschneiderten Mobilitäts- und Finanzdienstleistungen: von passgenauen Leasing- und Finanzierungsangeboten sowie Versicherungen über flexible Abo- und Mietmodelle bis hin zum Flottenmanagement für gewerbliche Kunden.

 

Der Ausbau der Elektromobilität hat in den letzten Jahren eine ganze Industrie disruptiert. Über die letzten Jahrzehnte schafften es deutsche Autobauer durch ihre Qualität, Langlebigkeit und dem dafürstehenden Label „Made in Germany“ zu überzeugen. Dem Trend hin zur Elektromobilität hat man sich zunächst zur Zaghaft angenommen. Mercedes machte besonders zuletzt durch die Optimierung der Konzernstrukturen deutlich, dass diese Entwicklung auch von ihnen nachgeholt und begrüßt wird. Während der Pandemie befanden sich Autobauer in einer schwierigen Lage. Der Chipmangel und Lieferengpässe ließen die Produktionszeiten in die Höhe schießen. Die unsichere ökonomische Lage führte zudem dazu, dass viele zunächst auf den Kauf eines neuen Autos verzichteten. Der Angriffskrieg auf die Ukraine brachte die Lieferketten dann an ihre Grenzen. Die Ukraine gilt als wichtiger Zulieferer für essenzielle Bauteile der Autoindustrie. Mercedes setzte aus diesem Grund besonders auf margenreichen Fahrzeugen und priorisierte Premium-Modelle. Mercedes gilt Global als Luxusautobauer und steht für Qualität.  Hier kommt dem Unternehmen auch die zuletzt durchgeführte Unternehmensverschlankung zugute. Es werden zwar weniger Fahrzeuge als im Vergleichsjahr 2019, die Profitabilität ist jedoch auf dem gleichen Niveau und damit deutlich höher als bei der Konkurrenz. So hat sich die Taktik der margenstarken Fahrzeuge gelohnt und soll zukünftig auch weiterverfolgt werden. Mercedes streicht kleinere Modelle wie beispielsweise die A-Klasse und konzentriert sich auf den Absatz von SUVs und Limousinen.

 

Die Automobilindustrie befand sich schon vor der Pandemie in einem Umschwung, neue Produzenten dringen in den Markt ein und etablierte Konzerne wie Mercedes verspüren, besonders im Bereich der E-Mobilität, verstärkt Wettbewerbs- und Preisdruck.

 

Mit der Abspaltung der Trucksparte aus der Mercedes-Benz Group macht das Unternehmen einen Schritt in die richtige Richtung. Während schwieriger Konjunkturphasen, wie sie uns zu hoher Wahrscheinlichkeit bevorstehen, ist es für Unternehmen wichtig hohe Flexibilität zu wahren und seine eigene Marke zu stärken. Des Weiteren sind die beiden neuen Unternehmen für den Kapitalmarkt von mehr wert als die vorherige Konzernstruktur, was für Übernahmen und Investitionen von hoher Bedeutung ist

 

Im Fokus des Konzerns steht zudem der asiatische Markt.

Der hohe Umsatzanteil, welcher in China generiert wird, birgt besonders in der momentan angespannten Lage sowohl Gefahren als auch Chancen. Zum einen ist es für die Unternehmen nicht ersichtlich, wie lange die chinesische Regierung weiter an ihrer 0-Covid Strategie festhalten wird und damit ganze Millionenstädte vom Konsum und Arbeitsleistung abschneidet. Zum anderen hat China in der Vergangenheit gezeigt, dass es auch im Ausland harte regulatorische Maßnahmen durchsetzen kann. China steht schon länger im Verdacht, ausländischen Investoren und Unternehmen durch Protektionismus und Einfuhrzölle den Absatz in das Land erschweren. Trotz dessen ist China auf den globalen Handel und den hohen Güter-Export angewiesen. Es ist nicht davon auszugehen, dass sich das Land hier Globalen Handel abschotten möchte, trotz dessen fördert der Staat inländische Autobauer mit Milliardensummen.

Langfristig bietet der asiatische Raum auch außerhalb von China einen riesigen wachsenden Markt. Insbesondere Luxusmarken mit hoher Qualität sind hier beliebt. Ein Segment, welches Mercedes zu bedienen weiß.

 

Abschließend lässt sich festhalten, dass es sich bei der Mercedes-Benz Group um ein etabliertes Unternehmen handelt, dessen Produkte weltweit geschätzt werden. Besonders im Ausland sind die Fahrzeuge des deutschen Autobauers ein luxuriöses Statussymbol. Mit der Fokussierung auf die hochpreisigen Automodelle und Marken schafft es das Unternehmen auch in schwierigen Phasen mit weniger Fahrzeugen gleiche Gewinne zu erzielen.

 

Ein Blick auf die Ergebnisse zeigt die positive Entwicklung des Umsatzes und des Gewinnes. Hier muss beachtet werden, dass das Vergleichsjahr 2020 im Hoch der Pandemie lag und die Gewinne deutlich geschmälert hat. Trotz dessen sind die Ergebnisse auch positiv im Vergleich zum Jahr 2019 zu sehen. Die Fokussierung auch margenstärke Fahrzeuge führte zu einer Erhöhung des Gewinnes sowie zu einer Verbesserung der Margen. Insbesondere ein Blick auf die Bewertung, zeigt die hohen Abschläge, die das Unternehmen verkraften muss. Mercedes wird aktuell mit einem KGV von 2,6 und einem KUV Verhältnis von 0,5 gehandelt. Hier ist insbesondere der Kampf um Marktanteile im Bereich der E-Mobilität eingepreist. So erreichen Konkurrenten wie Tesla und BYD extreme Ausschläge nach oben, während Mercedes und andere deutsche Autobauer mit extremen Ausschlägen nach unten gehandelt werden. Am Ende bleibt es für jeden Anleger einer Glaubensfrage. Falls der Kurssprung zukünftig nicht erreicht werden kann, bleibt beim aktuellen Kurs immerhin eine Dividendenrendite von knapp 8,7 %.

 

Events in dieser Woche

Am Mittwoch erhalten wir Zahlen zur Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes in den USA im Juni. In den USA wird erwartet, dass das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorquartal von 6,9% auf -1,5% schrumpft. Am Donnerstag erhalten wir Zahlen zur Entwicklung der Arbeitslosenquote in Deutschland im Juni. Ökonomen prognostizieren weiterhin eine Arbeitslosenquote von 5,0% wie im Vormonat Mai. Am Freitag bekommen wir dann zudem die neusten Zahlen zur Entwicklung der Inflationsrate in der Euro-Zone. Im Juni sollen die Verbraucherpreise weiter gestiegen sein und die Inflationsrate soll laut Prognosen 8,4% höher als im Vorjahresmonat liegen. Damit würde die Inflationsrate im Vergleich zum Vormonat weiter steigen.

Am Mittwoch legen die US-amerikanische Vermietungsfirma UniFirst und das im S&P 500 gelistete Paychex Quartalszahlen vor. Am Donnerstag folgt dann zusätzlich das Halbleiterunternehmen Micron Technology.

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