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Market-RoundUp / KW12 /  21.03.2023

Market-RoundUp KW13/ 2023

DAX und Co. / Caesars Entertainment & MGM Resorts International

Dustin Klass
Lesezeit: 7 Minuten

unsere heutigen Themen sind:

  • Zinsanhebungen
  • Keine Ruhe im Bankensektor
  • Schlechte Casino Zahlen
  • Erholen sich die Casinos?

Alphabet nutzt seine starke Marktstellung im Bereich der Suchmaschinen, um kleinere und zukunftsträchtigere Bereiche auszubauen und zu optimieren wie zum Beispiel die Google Cloud. Das Cloudgeschäft Alphabets ist eines der zukunftsträchtigen Bereiche des Unternehmens und erzielt aktuell knapp 7% des Umsatzes. Die Google-Cloud-Plattform (GCP) zählt neben AWS (Amazon), Azure (Microsoft) zu den größten Public Cloud Anbietern weltweit. Die Plattform bietet ihren Kunden über 100 Services, welche von den unterschiedlichsten Hosting-Services für Computing, über Storage bis hin zur Anwendungsentwicklung gehen.

Dow Jones: +0,2%
Dow Jones: -3.2%
Dow Jones: -3.2%

Markt-Entwicklung letzte Woche

Deutschland

DAX: 2,9%

Auf Wochensicht legte der Deutsche Leitindex DAX 2,9% zu und verließ den Börsenhandel am Freitag bei 15.568 Punkten.

US-Märkte

S&P 500: 3,2%

Dow Jones: 1,9%

Nasdaq 100: 3,0%

An den US-amerikanischen Börsen herrschte ebenfalls eine positive Stimmung. Der Dow Jones legte auf Wochensicht 1,9% zu, der Nasdaq 100 verzeichnete ein Kursplus von 3,0% und der S&P 500 legte die wies den größten Zuwachs von 3,2% auf.

Asien

Hang Seng: 2,8%

Nikkei 225: 2,0%

Der Hang Seng legte auf Wochensicht 2,8% zu und legte die zweite Woche in Folge und knüpfte an die positive Kursperformance der vorherigen Handelswoche an Der japanische Leitindex Nikkei 225 legte ebenfalls ein Plus von 2,0% auf Wochensicht hin.

News der Woche:

KW13

Aktie: Caesars Entertainment & MGM Resorts International

ISIN: US12769G1004

Die ersten Hinweise auf Glücksspiel finden sich bereits auf Fliesen aus der Zeit von etwa 3.000 vor Christus. Seit jeher ist das Glücksspiel als Form der Unterhaltung stetiger Bestandteil unserer Kultur. Die ersten Spielbanken und Casinos wurden im 17. Jahrhundert in Italien erbaut und erfreuten sich großer Beliebtheit. Im Jahr 1895 gelang einem deutschen Auswanderer in Amerika, mit der Erfindung der „Liberty Bell“, dem ersten mechanischen Spielautomaten, ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Geschichte des Glücksspiels. In den Anfängen des 20. Jahrhunderts etablierte sich der Bundesstaat Nevada, hauptsächlich Las Vegas und später auch Reno als favorisierter Standort für moderne Casinos. Im Jahr 2022 besuchten rund 39 Millionen Menschen die Glücksspielmetropole Las Vegas.  Ausschlaggebend dafür sind damals und auch heute vor allem die lockeren Glücksspielgesetze und niedrigen Steuern auf Glücksspielgewinne des Bundesstaates. Heute ist Las Vegas mit seinen über 150 Casinos und rund 150.000 Hotelzimmern das Mekka des internationalen Glücksspiels und eine beliebte Touristenattraktion. Doch die Entwicklung des Glücksspiels geht weiter und so verlagert sich auch das Glücksspiel immer weiter in den digitalen Raum. Besonders die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie brachten etablierte Casino- und Hotelbetreiber ins Straucheln und befeuerten die Entwicklungen der „Digitalisierung“ weiter. Im Jahr 2022 betrug der weltweite Online-Glücksspiel-Markt rund 75 Mrd. $, oder rund 26 % des globalen Glücksspielmarkts, bis 2030 wird für Online-Glücksspiel ein überdurchschnittliches Wachstum von 12 % p.a. erwartet.

Da sich das Glücksspiel, sei es Automaten oder Tisch-Spiele, kaum unterscheidet, differenzieren sich Unternehmen durch etablierte Marken und ihre Standorte voneinander.

Mit einem Börsenwert von 9 Mrd. $ ist Caesars Entertainment ein weiteres großes Unternehmen der Glücksspielbranche. Caesars Entertainment betreibt rund 47.000 Hotelzimmer, 53.000 Slotmaschinen und knapp 3.000 Spieltische. Damit ist das Unternehmen, von der Ausstattung her, größer als ihr Konkurrent MGM. Wie auch die Konkurrenz ist Caesars breit aufgestellt, bezieht aber einen großen Teil der Umsätze aus Las Vegas. Mit Einrichtungen wie dem Flamingo Las Vegas, Paris Las Vegas oder dem Cromwell ist das Unternehmen am Las Vegas Strip präsent. Die Umsätze der Hotels und Casinos in Las Vegas waren im letzten Geschäftsjahr für 40 % der Unternehmensumsätze verantwortlich. Den größten Umsatzanteil, mit 53 %, machten jedoch die vielen regionalen Hotels und Casinos des Unternehmens aus, die sich in den 15 weiteren Staaten befinden. Darüber hinaus befindet sich ein Teil der Hotels und Casinos in Kanada und den UAE. Diese werden jedoch nur von Unternehmen verwaltet und dürfen den Caesars Namen tragen. Diese erzielten im Jahr 2022 einen Umsatzanteil von 3 %. Ein weiterer kleiner Teil der Umsätze wird über die Casino- und Wettplattform Caesars Digital erzielt. Der Umsatzanteil betrug zuletzt 5 % (548 Mio.$), das Online-Geschäft ist jedoch, mit einem EBITDA von -666 Mio. $ ein Verlustgeschäft. Da sich Caesars Entertainment im Geschäftsjahr 2020 mit Eldorado Resorts zusammenschloss, ist ein Vergleich der Geschäftszahlen vor- und nach Corona schwierig.

Für das Geschäftsjahr 2022 ist jedoch auch bei Caesars Entertainment ein „leichte“ Erholung der Umsätze sichtbar.

Zuletzt waren 56 % der Gesamtumsätze auf das Casinogeschäft zurückzuführen. Diese wuchsen um 3 %, auf 6 Mrd.$, im Vergleich zum Vorjahr. Den zweitgrößten Anteil machte das Geschäft mit Hotelzimmern aus. Hier konnte ein Wachstum von 26 % auf 1,9 Mrd.$ (18% Umsatzanteil) erreicht werden. Ein moderates Wachstum konnte außerdem die Verpflegungssparte verzeichnen. Der Umsatz wuchs hier um 40 % auf 1,6 Mrd.$ (15% Umsatzanteil). Im Geschäftsbereich „other“, in dem das Unternehmen unter anderem seine Unterhaltungsumsätze vereint, konnte ein Wachstum von 21 % auf 1,3 Mrd.$ (12% Umsatzanteil) erreicht werden.

Ähnlich wie bei der Konkurrenz kamen die leicht gestiegenen Umsätze jedoch mit einer Kostensteigerung einher. Die direkten Casino-Ausgaben wuchsen um 13 % (yoy.), schneller als der Umsatz. Durch die Vermietung der Hotelzimmer entstanden 21 % höhere Kosten als im Vorjahr, diese wuchsen jedoch langsamer als der hotelspezifische Umsatz. Die Kosten für Verpflegung stiegen um 32 % an, schneller als der Umsatz. Und die Kosten des „other“ Geschäftsbereiches (Entertainment) wuchsen um 10 %, auch diese Kosten wuchsen langsamer als der Umsatz.

Abschließend lässt sich festhalten, dass das Wachstum der Caesars Entertainment deutlich langsamer als das der Konkurrenz ist. Es wirkt, als wäre das Unternehmen in der zuletzt ungewissen Situation vorsichtiger gewesen und hätte dabei den operativen Hebel nicht voll ausgenutzt. Auch die Online-Wett-Plattform ist stark EBITDA-Negativ und die Umsätze deutlich geringer als bei MGM. Des Weiteren ist Caesars, auch aufgrund der Fusion mit Elderado Entertainment, stark verschuldet und musste zuletzt Zinsausgaben in Höhe von über 2 Mrd.$ aufbringen, fast 20 % des Umsatzes.

 

ISIN: US5529531015

Mit einem Börsenwert von 15 Mrd. $ ist MGM Resorts International einer der größten Casino- und Hotelbetreiber der Welt. Das Unternehmen verfügt über rund 46.000 Hotelzimmer, 29.000 Slotmaschinen und 2.000 Spiel-Tische. MGM ist besonders in Las Vegas, mit bekannten Casinos und Hotels wie dem Bellagio, dem Luxor und dem MGM Grand Las Vegas, am Las Vegas Strip vertreten. Der Las Vegas Strip ist mit seinen Neonlichtern und zahlreichen exklusiven Casino-Hotels der Inbegriff von Las Vegas. Das Las Vegas Geschäft war im Jahr 2022 für rund 64 % der Unternehmensumsätze verantwortlich. Neben den Hotels und Casinos in Vegas, betreibt das MGM weitere Komplexe in den USA, unter anderem in Atlanta, Ohio und Detroit. Diese waren im letzten Geschäftsjahr für 29 % der Unternehmensumsätze verantwortlich und gaben während der Corona-Pandemie weniger nach (Umsatz 19->20: regional: -45%; Vegas: -61%;China: -78%), was an dem prozentual deutlich größerem Casinoumsatz liegt. Außerhalb der USA ist MGM in der chinesischen Glücksspielmetropole Macau engagiert. Im China-Geschäft arbeitet das Unternehmen mit lokalen Anbietern zusammen und ist an den Casinos mehrheitsbeteiligt, dabei setzt MGM im Vergleich zu den anderen Geschäftsbereichen mehr auf Casinos und weniger auf Hotels. Das China-Geschäft machte zuletzt 5 % der Unternehmensumsätze aus.

Das Geschäftsmodell der Casinos ist nahezu überall sehr ähnlich. Neben dem Glücksspielgeschäft bieten die Betreiber ihren Kunden Hotels, Verpflegung und Entertainmentprogramme an, um die Kunden so lange wie möglich in den gewinnbringenden Casinos zu behalten. Oft werden Hotels und Verpflegung zu niedrigeren Preisen angeboten, um auch Normal- und Niedrigverdiener in Casinos zu „locken“.

Im Geschäftsjahr 2022 konnte die Casino- und Hotelbranche ihre Erholung weiter fortsetzen und auch die Umsätze der MGM stiegen deutlich an. Das reine Casinogeschäft wuchs dabei, mit „nur“ 7 %, auf 5,7 Mrd. $ (44%) am langsamsten. Deutlich schneller konnte das Entertainment-Geschäft sich erholen.  Die Umsätze stiegen um 67 % auf rund 1,7 Mrd.$ oder 13 % vom Gesamtumsatz an. Noch einmal besser stand es um das Hotel- und das Verpflegungsgeschäft. Letzteres konnte zuletzt um 87 % auf 2,6 Mrd.$, oder 20 % Gesamtumsatz, ansteigen. Während das Hotelgeschäft eine Erholung von 81 % auf 3,1 Mrd. $, oder 24 % Umsatzanteil, erreichte. Die Erholung der Unternehmensumsätze kam jedoch mit einer überproportionalen Steigerung der Ausgaben mit sich. Besonders in Bereich Verpflegung und Hotel wuchsen die Ausgaben, mit +56 % (Hotel) und +84 % (Verpflegung), deutlich. Die Ausgabenerhöhung des Casino-Geschäfts betrug „nur“ 8 %, was in Kombination mit den wenig gefallenen Umsätzen durch die Corona-Pandemie, ein solides Bild auf diesen Geschäftsbereich wirft. Die Ausgaben des Entertainment-Geschäfts stiegen um 65 %.

Abschließend lässt sich jedoch festhalten, dass für fast jeden einzelnen Geschäftsbereich ein operativer Hebel erkennbar ist.

Mit BetMGM reagiert MGM auf den schnell wachsenden Online-Casino-Markt. Das Unternehmen ist zu 50 % an der Online-Glücksspiel-Plattform beteiligt und bietet über diese, neben normalem Glücksspiel, auch Sportwetten an. Im Jahr 2022 erzielte BetMGM rund 1,4 Mrd. $ operativen Umsatz und im zweiten Halbjahr 2023 erwarten MGM und seine Joint-Venture-Partner ein positives EBITDA.