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Market-RoundUp / KW33 /  16.08.2022

Market-RoundUp KW33 / 2022

DAX und Co. / Warren Buffets Portfolio

Dustin Klass
Lesezeit: 7 Minuten

unsere heutigen Themen sind:

  • Rückgang der US-Inflation
  • Japanischer Leitindex erreicht 7-Monats-Hoch
  • Einer der Erfolgreichsten Investoren aller Zeiten

Alphabet nutzt seine starke Marktstellung im Bereich der Suchmaschinen, um kleinere und zukunftsträchtigere Bereiche auszubauen und zu optimieren wie zum Beispiel die Google Cloud. Das Cloudgeschäft Alphabets ist eines der zukunftsträchtigen Bereiche des Unternehmens und erzielt aktuell knapp 7% des Umsatzes. Die Google-Cloud-Plattform (GCP) zählt neben AWS (Amazon), Azure (Microsoft) zu den größten Public Cloud Anbietern weltweit. Die Plattform bietet ihren Kunden über 100 Services, welche von den unterschiedlichsten Hosting-Services für Computing, über Storage bis hin zur Anwendungsentwicklung gehen.

Dow Jones: +0,2%
Dow Jones: -3.2%
Dow Jones: -3.2%

Markt-Entwicklung letzte Woche

Deutschland

DAX: 0,7%

Der DAX startete dank positiver chinesischer Konjunkturdaten nach Börsenschluss mit einem Tagesplus von 0,8% auf 13.687 Punkte in die neue Handelswoche. Am Dienstag drehte der Kurs, sodass der deutsche Leitindex sämtliche Kurszuwächse des Vortages wieder abgab.  Besonders Autozulieferer zählten am Dienstag zu den Tagesverlierern. 

Zur Wochenmitte am Mittwoch sorgte ein Rückgang der Inflationsrate auf 8,5% im Juli in den USA für Hoffnung am deutschen Aktienmarkt. Am Nachmittag legte der DAX innerhalb weniger Minuten ein Kurssprung um mehr als 100 Punkte und verließ schließlich den Handel 1,2% höher bei 13.700 Punkten. Am Donnerstag schloss der DAX nach einem impulslosen Intraday-Handel unverändert und schaffte es somit in dieser Woche nicht die Aufwärtsrally seit Anfang Juli fortzusetzen. Am Freitag notierte der DAX mit 13.812 Punkten zeitweise auf dem höchsten Stand der letzten zwei Monate, rutschte allerdings im weiteren Verlauf wieder ab und lag nach Börsenschluss knapp 1,0% in der Gewinnzone. Nach dem starken Rebound der vergangenen Wochen legte der DAX eine Verschnaufpause ein. 

Auf Wochensicht legte der deutsche Leitindex  0,7% zu.

US-Märkte

S&P 500: 3,0%

Dow Jones: 2,7%

Nasdaq 100: 2,6%

Die positive Stimmung an der US-Börsen hielt zum Wochenauftakt am Montag nach Veröffentlichung robuster US-Arbeitsmarktzahlen am vergangenen Freitag nicht weiter an. Die wichtigsten US-amerikanischen Indizes schlossen unverändert. Zudem trübten schlechter als erwartete Quartalszahlen des Chipherstellers Nvidia die Stimmung. Am Dienstag, einen Tag vor Veröffentlichung der Inflationszahlen in den USA agierten Anleger vorsichtig. Besonders Tech-Werte gerieten im Verlauf, nach dem der Speicherchiphersteller Micron Technology die Umsatzprognose für das nächste Quartal senkte, unter Druck. Die großen Indizes notierten leicht tiefer. 

Am Mittwoch sorgte eine abschwächende Inflationsrate in den USA im Juli für Euphorie an den US-Börsen. Die Inflationsrate lag im Vergleich zum Vorjahresmonat 8,5% höher, allerdings schwächte sie im Vergleich zum Vormonat Juni deutlich ab. Damit flachte die Angst vor weiteren drastischen Zinsanhebungen der US-Notenbank vorerst ab, nachdem die größten Zinsschritte in letzten Jahrzehnten die Furcht vor an den Börsen weltweit schürten. Der Dow Jones legte am Mittwoch um 1,6% zu, der S&P 500 stieg um 2,1% an und der Nasdaq 100 verbuchte mit 2,9% den größten Kursanstieg. Damit erreichten die wichtigsten US-amerikanischen Indizes den höchsten Kursstand seit über drei Monaten. Der technologielastige Nasdaq 100 befindet sich dadurch im Bullenmarkt, da der Index mehr als 20% von den Tiefstständen im Juni entfernt ist. Am Donnerstag blieb es hingegen ruhig an den US-Börsen, sodass die großen US-amerikanischen Indizes uneinheitlich schlossen. Am Freitag schöpften Anleger nach dem Rückgang der Inflationsrate Mut und hofften nun auf eine Verlangsamung des Tempos bei den folgenden Zinsanhebungen. 

Auf Wochensicht legte der Dow Jones 2,7% zu, der S&P 500 lag 3,0% höher und der Nasdaq 100 2,6%.

Asien

Hang Seng: 1,0%

Nikkei 225: 1,8%

Zum Wochenstart konnten sich die asiatischen Börsen auf keine gemeinsame Richtung nach der Bekanntgabe von durchwachsenen chinesischen Handelsdaten, einigen. Der Hang Seng reagierte mit leichten Kursabschlägen auf die Daten, während der japanische Leitindex knapp 1,0% zulegte. Am Dienstag und Mittwoch agierten die Anleger in Asien ebenfalls verhalten vor den bevorstehenden Inflationsdaten aus den USA. Die anhaltend hohen Verbraucherpreise belastete die asiatischen Börsen, weshalb sich Anleger von den Inflationszahlen wichtige Hinweise über die künftige Zinsschritte der US-Notenbank FED erhofften.

Am Donnerstag reagierten die asiatischen Börsen uneinheitlich auf die abschwächende Inflationsdaten aus den USA. Der Hang Seng gab leicht nach. Die Börse in Tokio blieb angesichts eines japanischen Feiertages geschlossen. Am Freitag gab die Hoffnung auf ein langsameres Tempo der Zinserhöhungen der FED dem japanischen Leitindex Rückenwind. Der Nikkei 225 stieg um 2,6% auf 28.546 Punkte an und schloss damit auf dem höchsten Stand seit sieben Monaten.

Auf Wochensicht legte der Hang Seng knapp 1,0% zu, der Nikkei 225 stieg um 1,8%.

Aktie:

Warren Buffets Aktien-Portfolio

Heute wollen wir uns im Gegensatz zu den bisherigen Market-Round-Ups keinen Einzelwert angucken. Stattdessen blicken wir heute auf das Portfolio einer der bekanntesten Investoren, die jemals an der Börse partizipiert haben. Im Detail blicken wir auf die Zusammensetzung und die größten Positionen seines Portfolios und den Cashbestand sowie die letzten Zukäufe.

 

Warren Buffett gehört zu den bekanntesten und erfolgreichsten Valueinvestoren und kann mit seinen 91 Jahren auf eine lange und phänomenale Performance zurückblicken. Seit 1965 erzielte Buffet durchschnittlich 20 % p.a. und performte den breiten S&P 500, mit knapp 10%, deutlich aus. Im Jahr 1965 übernahm Warren Buffett die damalige Textilfabrik Berkshire Hathaway und begann kurz darauf das Unternehmen in eine Investmentholding umzuwandeln. Zu Beginn investierte er viel in Versicherungen wie GEICO und Gerneral Re und baute seine Investments weiter aus. Warren Buffett beschreibt die frühen Investments in der Versicherungsbranche als Grundstein für seinen heutigen Erfolg. Über die Zeit baute er aber auch große Positionen bei führenden Unternehmen verschiedenster Branchen auf. Bekannte Beispiele sind Kraft Heinz (26,6 %), Coca-Cola (9,2 %) oder auch American Express (20,2 %). Berkshire Hathaway hat neben Warren Buffet, welcher als Chairman und CEO fungiert, und Charlie Munger, Chairman, Vice CEO und langjähriger Freund Buffetts, nur eine handvoll Angestellte und überlässt die Führung der Unternehmen gerne in den fähigen Händen des Managements. Das Unternehmen hat noch keine Dividende gezahlt und die Aktie wurde auch noch nie gesplittet, sodass die A-Aktie heute knapp 430.000 € kostet. Um auch Durchschnittsinvestoren am Erfolg Warrens teilhaben zu lassen, wurde 1996 eine neue Aktienkategorie eingeführt. Die B-Aktie kostet knapp 290 € und aufgrund der höheren Aktienanzahl besser handelbar. 

Warren Buffett selbst hält rund 16 % von Berkshire Hathaway und einen unbekannten Anteil der amerikanischen Großbanken JP Morgan und Wells Fargo.

 

Top Positionen 2022

 

Apple 

Der Hersteller der IPhones und weiterer Hardware und Softwareprodukte machte zuletzt den größten Teil des Portfolios aus. Mit einem Marktwert von ca. 159 Mrd. $, war Berkshire Hathaway im Q1 22 im Besitz von 5,5 % aller ausstehender Aktien.

 

Bank of America

Die zweitgrößte, jedoch sehr viel kleinere, Position war Anfang 2022 die Bank of America. Die nach Assets zweitgrößte Bank Amerikas machte rund 11 % des Portfolios aus. Mit einem Marktwert von ca. 43 Mrd. $, hielt Berkshire Hathaway zuletzt rund 12,5 % der ausstehenden Aktien.

 

American Express

Seit dem Jahr 1963 ist Berkshire Hathaway im Besitz einer Unternehmensbeteiligung von American Express. Zuletzt befanden sich rund 20 % der ausstehenden Aktien des Kreditkartenunternehmens im Besitz von Berkshire. Diese hatten einen Marktwert von ca. 25 Mrd.$. Investiert wurden damals jedoch nur knapp 130 Mio.$

 

Chevron

Kurz nach der Corona-Pandemie begann Warren Buffett damit seine Position des amerikanischen Ölkonzerns aufzubauen. Anfang des Jahrs 2022 kaufte er drastisch Anteile hinzu und war im Q1 22 im Besitz von 8 % der ausstehenden Aktien des Unternehmens. Diese machten mit einem Marktwert von 26 Mrd.$ knapp 7 % des Portfolios aus.

 

Coca-Cola

Das Warren Buffett von den Produkten des Getränkeherstellers schwärmt ist allseits bekannt. Im Jahr 1988 begann er seine Position bei dem US-amerikanischen Unternehmen aufzubauen und ist heute mit Berkshire Hathaway im Besitz von 9% der ausstehenden Aktien des Unternehmens. Diese haben einen Marktwert von zuletzt knapp 25 Mrd.$.

 

Um für günstige Nachkaufoptionen und neue Akquisitionen vorbereitet zu sein, ist der Bestand an liquiden Mitteln von Berkshire Hathaway enorm groß. Selbst nach einer ausgiebigen Einkaufstour am Anfang des Jahres, in der unter anderem Werte wie Occidental Petroleum und Activision Blizzard zum Portfolio hinzukamen, war das Unternehmen zum August 2022 immer noch im Besitz von über 100 Mrd.$ Cash.

Warren Buffetts außergewöhnliche Performance erreichte er durch eine sorgfältige Auswahl seiner Investments. So hat er einige Aktien von Unternehmen in seinem Portfolio, die heute um ein Vielfaches mehr Wert sind als bei ihrem Kauf. Berkshire Hathaways größte Position, Apple, ist heute etwas mehr als das doppelte wert, als was Buffet dafür gezahlt hat  (35,3*->73,7*). Seit dem Jahr 2016 investiert Buffet in das Unternehmen hinter Tim Cook. Eines seiner längsten Investments, Coca-Cola, hat sich seit seinem Einstieg im Jahr 1988 verachtzehnfacht (1,38*->25,1*). In den Schatten gestellt wird das jedoch von seinem Investment in American Express. Im Jahr 1963 stieg Warren Buffett das erste Mal in das Unternehmen ein und sein Investment von 128 Mio. $ entwickelte sich prächtig. Mit einer Wertsteigerung von über 19.500 %, ist sein Unternehmensanteil von American Express heute rund 25 Mrd. $ wert.

*Mrd. $

Aufgrund seiner langen Erfahrung und außerordentlichen Performance, schauen Investoren genau hin, wenn Warren Buffet Käufe oder Verkäufe veröffentlicht. Auch im letzten Abverkauf, im ersten Halbjahr 2022, erweiterte Buffet seine Investitionen und baute dabei rund 50 Mrd. $ seiner Cashreserve ab. Aus dem SEC Dokument 13F von Mitte Mai ging hervor das seit Anfang des Jahres in 16 Unternehmen investiert wurde.

Vom PC- und Druckhersteller HP und dem Ölkonzern Chevron erwarb Warren Buffet jeweils über 120 Millionen Anteile zu einem jetzigen Marktwert 4 Mrd.$ (HP) und 14,5 Mrd.$ (Chevron). Vom Videospielentwickler Activision erwarb er ebenfalls Aktien im Wert von 4 Mrd. $ und auch beim Öl- und Chemiekonzern Occidental Petroleum kaufte er für 40 Mio. $ Anteile nach. Für 1,8 Mrd. $ kaufte sich Warren Buffett außerdem bei der Mediengruppe Paramount Global ein. Es wurden neben vielen weiteren Werten auch Anteile des eigenen Unternehmens, Berkshire Hathaway, zurückgekauft, da auch diese, vom Hoch Ende März dieses Jahres, deutlich abgewertet wurden (-22 % im Tief Mitte Juni). (B-Aktien 2 Mrd.$ Preis heute, A-Aktien 900 Mio. $ Preis heute)

Events in dieser Woche

Am Dienstag erhalten wir Konjunkturerwartungen für Deutschland im August vom ZEW. Ökonomen prognostizieren einen Wert von -53,8, womit der Wert den sechsten Monat in Folge negativ wäre. Indexwerte über signalisieren eine positive Konjunkturentwicklung im Vergleich zum Vormonat, während Werte unter 0 für eine negative Entwicklung spricht. Zusätzlich erhalten wir am Dienstag Zahlen zur Entwicklung der Arbeitslosenquote in Großbritannien im Juli. Im Juli soll die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat weiter steigen. Es wird ein Wert von 3,9% erwartet. Nach den Arbeitsmarktzahlen folgen am Mittwoch Zahlen zur Entwicklung der Inflationsrate in Großbritannien im Juli. Es wird ein Rückgang der Inflationsrate im Vergleich zum Vormonat auf 9,3% erwartet. Am Donnerstag bekommen wir zudem Zahlen zur Entwicklung der Inflationsrate in der Euro-Zone. Im Gegensatz zu Großbritannien soll die Inflationsrate im Euro-Raum im Vergleich zum Vormonat zurückgehen. Es wird ein Wert von 8,6% prognostiziert. Am Dienstag veröffentlichen die US-amerikanischen Konzerne Walmart und die Baumarktkette The Home Depot Quartalszahlen. Zusätzlich legt auch die Aktiengesellschaft aus Singapur Sea Limited Zahlen vor. Am Mittwoch präsentiert uns The Home Depot Konkurrent Lowes und das in der Telekommunikationsbranche tätige Cisco ihr neustes Zahlenwerk. Am Freitag folgt das für ihre Traktoren bekannte John Deere mit den neusten Quartalszahlen.