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Market-RoundUp / KW36 /  06.09.2022

Market-RoundUp KW36 / 2022

DAX und Co. / FIGS

Dustin Klass
Lesezeit: 6 Minuten

unsere heutigen Themen sind:

  • Inflation und die Zentralbanken
  • Kleidung in der Medizin
  • Das schleichende Ende der Quartalszahlen

Alphabet nutzt seine starke Marktstellung im Bereich der Suchmaschinen, um kleinere und zukunftsträchtigere Bereiche auszubauen und zu optimieren wie zum Beispiel die Google Cloud. Das Cloudgeschäft Alphabets ist eines der zukunftsträchtigen Bereiche des Unternehmens und erzielt aktuell knapp 7% des Umsatzes. Die Google-Cloud-Plattform (GCP) zählt neben AWS (Amazon), Azure (Microsoft) zu den größten Public Cloud Anbietern weltweit. Die Plattform bietet ihren Kunden über 100 Services, welche von den unterschiedlichsten Hosting-Services für Computing, über Storage bis hin zur Anwendungsentwicklung gehen.

Dow Jones: +0,2%
Dow Jones: -3.2%
Dow Jones: -3.2%

Markt-Entwicklung letzte Woche

Deutschland

DAX: 1,7%

Zum Wochenstart stabilisierte sich der DAX nach dem deutlichen Kursrücksetzer am vergangenen Freitag durch die Rede des US-Notenbankchefs Jerome Powell. Nach anfänglichen Verlusten am frühen Montag schloss der deutsche Leitindex 0,6% im Minus bei 12.893 Punkten. Am Dienstag drehte das Börsenbarometer nach Eröffnung der US-Börsen und gab einen Großteil der Kursgewinne vom Handelsbeginn wieder ab. Negative US-Konjunkturdaten lösten erneut Rezessionssorgen bei den Anlegern aus. Der DAX verließ den Handel leicht höher, notierte allerdings unterhalb der psychologisch wichtigen 13.000 Punkte Marke. 

Am Mittwoch belastete ein stärker als erwarteter Anstieg der Verbraucherpreise in der Euro-Zone den deutschen Aktienmarkt. Die Inflationsrate ist im August im Vergleich zum Vorjahresmonat um 9,1% gestiegen und verzeichnete damit den höchsten Wert seit Bestehen der Europäischen Währungsunion. Der DAX beendete den Handel am Mittwoch 1,0% tiefer bei 12.835 Punkten. Am Donnerstag hatten die hohe Inflation und die damit einhergehenden Erwartungen stark steigender Zinsen, sowie die Energiekrise in Europa, den deutschen Leitindex fest im Griff. Der DAX fiel 1,6% auf 12.630 Punkte und erreichte damit den tiefsten Kursstand seit Mitte Juli. Am Freitag schloss der DAX mit einem Tagesplus von 3,3%, über der wichtigen 13.000 Punkte Marke und beendete seine mehrtägige Verlustserie, dank zunächst positiver US-Arbeitsmarkt Zahlen. 

Auf Wochensicht legte der DAX nach einem starken Handel zum Wochenschluss 1,7% zu.

US-Märkte

S&P 500: –2,7%

Dow Jones: -2,7%

Nasdaq 100: -3,1%

Auch an den US-Börsen belastete die Angst vor drastischeren Zinsschritte der FED und die damit einhergehenden Folgen für die Wirtschaft zum Wochenstart am Montag die Kurse. Der Dow Jones schloss 0,6% tiefer, der S&P 500 verlor 0,7% und der Nasdaq 100 gab 1,0% nach. Besonders Tech-Werte gaben im Laufe des Handels nach. Am Dienstag sorgten teils positive US-Wirtschaftsdaten, unter anderem die ungebrochen hohe Konsumlaune der US-Bevölkerung dafür, dass der Markt eine weitere Zinserhöhung für wahrscheinlicher hält. 

Am Mittwoch wirkten die Aussagen des US-Notenbankchefs Jerome Powell an den US-Börsen weiterhin nach. Angeführt mit dem größten Tagesverlust von knapp einem Prozent, notierten alle wichtigen Indizes den vierten Tag in Folge im Minus. Am Donnerstag agierten die Anleger angesichts der Furcht vor einer wirtschaftlichen Abkühlung sowie der am Freitag bevorstehenden US-Arbeitsmarktzahlen, die weitere entscheidende Hinweise zur zukünftigen Geldpolitik der US-Notenbank liefert, vorsichtig. Die großen US-Indizes schlossen leicht im Minus und setzten ihre Verlustserie fort. Am Freitag drückten neben durchwachsenen US-Arbeitsmarktzahlen, besonders die Gaskrise in Europa auf die Stimmung an den US-Börsen. Nach anfänglichen Gewinnen drehten die wichtigsten US-amerikanischen Indizes ins Minus. 

Nach sechs Tagen mit Verlust an den US-Aktienmärkten verloren der 30-Werte umfassende Dow Jones und der breitgefasste S&P 500 2,7% und der techlastige Nasdaq 100 3,1%.

Asien

Hang Seng: -2,5%

Nikkei 225: -3,5%

Zum Wochenauftakt in Asien trübten auch Rezessionsängste nach den Aussagen über weitere noch drastischere Leitzinserhöhungen in den kommenden Monaten des US-Notenbankchefs Jerome Powell auf dem FED-Treffen in Jackson Hole, die Stimmung an den Börsen. Für Optimismus sorgte am Montag die Meldung über eine Einigung im Streit über den Zugriff der US-Behörden auf Wirtschaftsprüfungsberichte chinesischer Unternehmen mit Börsennotierung an der New York Stock Exchange, womit eine Zwangsrückzug chinesischer Werte von den Börsen verhindert wurde. Der Nikkei 225 fiel am Montag 2,7%. Der Hang Seng legte leicht zu auf 20.023 Punkte. Am Dienstag blickten Anleger in Asien mit Spannung auf die am Freitag bevorstehenden US-Arbeitsmarktdaten. In China belasteten erneut verschärfte Corona-Restriktionen das Börsengeschehen. In Japan waren besonders Tech-Werte gefragt.

Trotz positiver US-Vorgaben fürchteten asiatische Anleger am Mittwoch und Donnerstag künftig steigende Zinsen im Kampf gegen die weltweite hohe Teuerungsrate. Auf den Verkaufszetteln asiatischer Anleger standen in erster Linie Tech-Werte und Aktien aus dem Energiesektor, nach den zuletzt gefallenen Ölpreisen. Der Nikkei 225 verließ den Börsenhandel am Donnerstag 1,5% im Minus, der Hang Seng notierte leicht tiefer. Zum Wochenausklang am Freitag setzten Konjunktursorgen und erneute Corona-Lockdowns in einigen chinesischen Metropolen die asiatischen Börsen unter Druck. An den Devisenmärkten markierte der US-Dollar gegenüber dem Yen mit 140,39 Yen den zweiten Tag in Folge ein 2-Jahres-Hoch.

Auf Wochensicht verlor der Hang Seng 2,5%, der Nikkei 225 verzeichnete ein Minus von 3,5%.

Aktie:

FIGS

Hang Seng: 2,9%

ISIN: US30260D1037

FIGS ist ein US-amerikanischer Kleidungshersteller, welcher sich auf medizinische Berufskleidung und Lifestyleprodukte spezialisiert hat. Das Unternehmen wurde im Jahr 2013 in Santa Monica, USA gegründet und hatte im May 2021 sein IPO, mit einer Bewertung von über 4 Mrd. $. FIGS beschäftigt rund 260 Mitarbeitern und vertreibt seine Produkte fast ausschließlich in den USA.

FIGS bietet neben schlichter OP-Bekleidung für Ärzte und Hilfskräfte, welche einen großen Durchlauf haben, auch ein großes Sortiment moderner Bekleidung für Krankenhauspersonal an. Darüber hinaus macht das Unternehmen einen geringen Umsatzanteil von knapp 17 % mit Lifestyleprodukten ohne Krankenhausbezug, dieser konnte zuletzt im Vergleich zum Vorjahr um 70% gesteigert werden. Der Gesamtumsatz des Unternehmens konnte um 22 % gesteigert werden. Dies gelang zum einen mit der Vergrößerung des aktiven Kundenstammes, welcher um ¼ zum Vorjahr wuchs, aber auch durch eine geringe einstellige Erhöhung der durchschnittlichen Bestellungen und der Gesamtausgaben der Kunden.

Im Vergleich zu anderen Unternehmen der Bekleidungsbranche hat FIGS den Vorteil das die vom Unternehmen produzierten Kleidungsstücke zum größten Teil in Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen genutzt werden. Der Customer-Lifetime-Value ist somit viel höher als von anderen Bekleidungsmarken wie beispielsweise Nike oder Adidas, da Die Kunden von FIGS ihre Arbeitsbekleidung sehr häufig wechseln und nicht nur ein Set an Arbeitsklamotten besitzen. Besonders OP-Bekleidung ist einer hohen Verschmutzung ausgesetzt, gleichzeitig ist es enorm wichtig das diese stehts sauber und steril gehalten wird, sodass diese selbst bei kleinsten Verschmutzungen ausgewechselt wird. Ein weiterer Vorteil der medizinischen Bekleidungsbranche ist die Einheitlichkeit der Mitarbeiter. Um eine gegebene Rangordnung widerzuspiegeln und die Einheitlichkeit zu wahren, werden in Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen häufig nur eine Marke für die Bekleidung genutzt. FIGS hat also den Vorteil das sie trotz ihres DTC-Geschäftsmodells große Mengen auf einmal vertreiben können, ohne einen Zwischenhändler zu benötigen, da die Einrichtungen ihre Mitarbeiter zum Kauf der Produkte verpflichten, um nicht von der Kleiderordnung abzuweichen. FIGS steht dabei in direkter Konkurrenz zu anderen Bekleidungsherstellern, die sich auch auf das Geschäft mit Arbeitskleidung spezialisiert haben. Neben vielen kleinen Anbietern gibt es auch einige große börsennotierte Anbieter wie Cintas Corp.. Das Unternehmen wurde 1968 gegründet und bietet neben medizinischen Bekleidungen auch Uniformen anderer Arbeitsbereiche an.

FIGS ist mit seiner Gründung vor nicht einmal 10 Jahren und dem IPO im Jahr 2021 ein noch recht junges Unternehmen und ist dementsprechend dabei seine Marke aufzubauen und den Kundenstamm zu erweitern. Das Unternehmen konnte den Aufschwung der HealthCare Branche während der Corona-Pandemie und der niedrigen Zinspolitik mit dem IPO ausnutzen. FIGS konnte seinen Umsatz seit 2019 auf 419 Mio.$ (GJ21) knapp vervierfachen, was einem jährlichen Wachstum von rund 55 % entspricht. Für die Zukunft sollte das Unternehmen versuchen seine dazugewonnenen Umsätze der letzten Quartale zu nutzen, um die Profitabilität weiter zu gewährleisten und die eigene Marke weiter auszubauen.

Investitionen in neue Produktionsanlagen außerhalb Chinas würden die Abhängigkeit gegenüber dem Land senken und gravierender werdende Risiken eliminieren. Eine Annäherung an das Geschäftsmodell von Cintas, in dem die Arbeitsuniformen vermietet, statt verkauft werden, könnte auch interessant für die Zukunft sein. Dabei wäre es möglich den Umsatz pro Kleidungsstück zu erhöhen, planbare Umsätze zu schaffen und durch spezielle Bezahlstrukturen lange mit dem Geld der Kunden arbeiten zu können (vgl. Zoom). In fortgeschrittener Zeit wird auch das Geschäft außerhalb von Nordamerika interessant, wobei dafür eine international bekannte und akzeptierte Marke nötig ist. Abschließend lässt sich festhalten, dass FIGS nun seit vier Quartalen in Folge profitabel ist und das in einem nicht einfacher werdenden Marktumfeld. Das Unternehmen beliefert eine systemrelevante Berufsgruppe, sollte sich früher oder später jedoch mit der Expansion in andere Berufe wagen, um das Geschäft zu diversifizieren. Des Weiteren wäre ein „Abomodell“ auf jeden Fall interessant, um Kunden langfristig an das Unternehmen zu binden und das Geschäft für die Kunden bequemer zu gestalten.

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