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Market-RoundUp / KW41 /  11.10.2022

Market-RoundUp KW41/ 2022

DAX und Co. / Waste Managment

Dustin Klass
Lesezeit: 6 Minuten

unsere heutigen Themen sind:

  • Arbeitsmarktzahlen im Fokus der Märkte
  •  DAX und der Buchwert
  • „Müll“-Investments

Alphabet nutzt seine starke Marktstellung im Bereich der Suchmaschinen, um kleinere und zukunftsträchtigere Bereiche auszubauen und zu optimieren wie zum Beispiel die Google Cloud. Das Cloudgeschäft Alphabets ist eines der zukunftsträchtigen Bereiche des Unternehmens und erzielt aktuell knapp 7% des Umsatzes. Die Google-Cloud-Plattform (GCP) zählt neben AWS (Amazon), Azure (Microsoft) zu den größten Public Cloud Anbietern weltweit. Die Plattform bietet ihren Kunden über 100 Services, welche von den unterschiedlichsten Hosting-Services für Computing, über Storage bis hin zur Anwendungsentwicklung gehen.

Dow Jones: +0,2%
Dow Jones: -3.2%
Dow Jones: -3.2%

Markt-Entwicklung letzte Woche

Deutschland

DAX: 2,7%

Am Feiertagshandel am Montag zeigte sich der DAX nach den Abverkäufen der vergangenen Handelswoche robust und notierte dank freundlicher US-Vorgaben 0,8% höher bei 12.209 Punkten. Am Dienstag setzte der deutsche Leitindex zu einer Erholungsrally an und schloss den dritten Tag in Folge im Plus. Anleger nutzten die niedrigeren Kurse und Bewertungen deutscher Werte und stiegen in den Aktienmarkt ein. Der DAX verließ den Handel mit deutlichen Kurszuwachs von 3,8% auf 12.670 Punkte. Am Dienstag sorgte die Veröffentlichung von eher schlechten US-amerikanischen Arbeitsmarktdaten weiterhin für eine Erholungsrally am deutschen Aktienmarkt. Hier hofft man auf weniger Zinsschritte der Zentralbanken, um die Wirtschaft nicht abzuwürgen.

Nach Börsenschluss am Mittwoch notierte der DAX jedoch wieder leicht tiefer. Am Donnerstag herrschte eine verhaltene Stimmung am deutschen Aktienmarkt. Nachdem der DAX positiv in den Handel gestartet ist, drehte das Börsenbarometer, sodass der DAX knapp 0,4% tiefer aus dem Handel ging. Am Freitag schloss der DAX 1,6% im Minus bei 12.273 Punkten, nach der Bekanntgabe des besser als erwarteten US-amerikanischen Arbeitsmarktberichtes. Diese waren jedoch leicht rückläufig, jedoch besser als erwartet und gut genug um weitere Zinsschritte der FED zurechtfertigen.

Auf Wochensicht legte der DAX 2,7% zu.

US-Märkte

S&P 500: 0,8%

Dow Jones: 1,5%

Nasdaq 100

Zum Wochenstart am Montag waren die US-Börsen auf Erholungskurs trotz des Kursrücksetzers des US-amerikanischen Herstellers Tesla. Aktien des Unternehmens rutschten fast 9% ab, nachdem man weniger Autos als erwartet auslieferte. Zudem verwies der Hersteller auf Verzögerungen der Auslieferungszeiten der Tesla-Modelle. Der Dow Jones schloss 2,7% höher, der S&P 500 stieg 2,6% und der Nasdaq 100 2,3%. Am Dienstag sorgte die Veröffentlichung von eher schlechten US-amerikanischer Arbeitsmarktdaten auch für eine Erholungsrally an den amerikanischen Aktienmärkt. Am Mittwoch gab OPEC+ bekannt, dass man die Förderraten von Öl reduzieren würde, um den Preis von Crude-Oil über 90$ zu halten, was die Aktienmärkte negativ aufnahmen. Am Freitag ließen dann die besser als prognostizierte US-Arbeitsmarktzahlen die Hoffnung auf eine mildere Geldpolitik der US-Notenbank sinken. Angeführt mit dem größten Tagesverlust von 3,8% des Nasdaq 100 büßten die wichtigsten US-amerikanischen deutlich ein.

Auf Wochensicht legte der Dow Jones 1,5% zu, der S&P 500 stieg um 0,8% und der Nasdaq 100 notierte unverändert.

Asien

Hang Seng: 4,0%

Nikkei 225: 5,2%

Zum Wochenauftakt am Montag konnten die asiatischen Börsen keine gemeinsame Richtung finden. Steigende Ölpreise, eine Reihe an Feiertagen im asiatischen Raum und ein schlechtes Geschäftsklima in Japan sorgten dafür, dass der Nikkei 225 um 0,7% höher schloss. Der Hang Seng notierte fast unverändert. Am Dienstag verhalfen die Steuerreform in Großbritannien und die Erholungsrally der vergangenen Tage an den US-amerikanischen Aktienmärkten zu deutlichen Kurszuwachs von 3,0% des japanischen Leitindexes. Die chinesischen Börsen blieben aufgrund eines Feiertages geschlossen. 

Am Mittwoch sorgte ein unerwartet kleiner Zinsschritt der australischen Notenbank für Hoffnung auf weniger aggressive Zinsschritte weltweit. Der Hang Seng legte am Mittwoch 1,5% zu der Nikkei 225 verlor leicht. Am Donnerstag schloss die japanische Börse trotz schlechter US-Vorgaben am Vortag 0,7% höher. Die Börse in Hong Kong blieb aufgrund eines Feiertages geschlossen. Am Freitag sorgte eine Reform des asiatischen Topix-Index an den Börsen in Asien für Aufmerksamkeit. Der kapitalgewichtete Topix umfasst aktuell 2000 Unternehmen und soll laut dem Betreiber Japan Exchange Group, bis 2025 um 493 Werte gekürzt werden. 

Auf Wochensicht legte der Nikkei 225 5,2% zu, der Hang Seng 4,0% zu.

Aktie: Waste Managment

ISIN: US94106L1098

Waste Management ist das führende Abfall- und Recyclingunternehmen in Nordamerika mit mehr als 260 Mülldeponien. Das Unternehmen wurde im Jahr 1968 gegründet und beschäftigt rund 48.500 Mitarbeiter. Waste Management bietet seine Dienstleistungen privaten Haushalten, der Industrie und dem Handel an und bildet dabei jeweils die gesamte Wertschöpfungskette, vom Abholen/Aufsammeln über das Recycling bis hin zur Deponierung, ab.

Abgesehen von einem kleinen Teil der Umsätze, der in Kanada erwirtschaftet wird, rund 5 %, wird der größte Teil in den USA erzielt. Das Unternehmen ist in fünf unterschiedlichen Bereichen der Abfallentsorgung tätig und deckt damit die gesamte Wertschöpfungskette der Abfallentsorgung ab. Den Großteil, rund 54 %, erwirtschaftet das „Collection“ Geschäft, in dem der Müll von den Kunden abgeholt wird. Dafür nutzt das Unternehmen seine Flotte an Müllfahrzeugen. Diese bringen den Abfall, von Privat, Industrie und Handelskunden, zu seiner Weiterverarbeitung, durch die anderen Geschäftsbereiche. Im Bereich „Transfer“ wird der gesammelte Abfall dann in einer der 340 „transfer-stations“ gesammelt und für einen effizienten Weitertransport komprimiert. In diesem Geschäftsfeld werden rund 8 % der Umsätze erzielt. Im Folgenden wird der Abfall auf einer der 260 Mülldeponien eingelagert, dabei nimmt Waste Management aufgrund seines großen Deponievolumens auch den Abfall anderer kleinerer Abfallentsorger mit auf. Das Deponiegeschäft erwirtschaftet für das Unternehmen 19 % seiner Umsätze. Der Geschäftsbereich Recycling beschäftigt sich mit der Wiederverwertung von Materialien, dabei werden neuste Technologien und Sensoren genutzt, um den Warenkreislauf zu verlängern. Mit dem Recyclinggeschäft, in dem auch der Abfall anderen Unternehmen bearbeitet wird, erwirtschaftete Waste Management zuletzt rund 8 % seiner Umsätze. Im letzten Geschäftsbereich vereint das Unternehmen seine Umsätze aus diversen Nebengeschäften, dazu gehören unter anderem die Gaserzeugung aus Abfällen und andere unternehmensunterstützende Tätigkeiten, womit zuletzt rund 10 % der Umsätze erzielt wurden.

 

Während die Branche in der Vergangenheit äußerst wettbewerbsintensiv war, hat der Wettbewerb in den letzten Jahrzehnten deutlich nachgelassen. Die Top 3 Unternehmen sammeln zusammen 45% des US-Mülls ein. Zweitgrößter Anbieter nach Waste Management (rund 40% kleiner im Umsatz und von ähnlicher Profitabilität) ist Republic Services. Ein Grund für den Rückgang sind Konsolidierungen der Unternehmen, aufgrund von Skaleneffekten. Aber auch an Müll, den großen Unternehmen, wie Waste Management, nicht einsammeln, profitieren sie. Denn da wenig neue Mülldeponien oder Verteilungszentren eröffnet werden und diese erst ab einer bestimmten Größe profitabel sind, nutzen viele kleine regionale Anbieter Serviceleistungen von großen Unternehmen.

Der Umsatz, besonders der großen Abfallentsorger, ist äußerst stabil, da nur schlecht auf sie verzichtet werden kann und Müll überall und immer entsteht. Dementsprechend ist sie auch von Krisen wie der Weltwirtschaftskriese und der Corona-Pandemie wenig betroffen und die Umsätze wurden in diesen Zeiten kaum beeinträchtigt.

Waste Management hat sich zu dem Vorreiter der Abfallentsorgung in Nordamerika entwickeln können. Für Neueinsteiger der Branche ist es nahezu unmöglich, Marktanteile von den etablierten Unternehmen abzugewinnen. Spätestens seit den 1980ern ist es jedoch im Sinne der Gesellschaft und der Unternehmen, den anfallenden Abfall nicht mehr schlicht auf Deponien einzulagern. Gesellschaftlich ist ein Schritt hin zu einem Rohstoffkreislauf und weg von der momentanen Konsumgesellschaft nötig. Das dies mehr als notwendig ist, zeigt der Aufwand der teilweise betrieben werden muss, um recyclebare Rohstoffe wie Plastik oder Metalle zu fördern, anstatt vorhandene Abfälle zu recyclen. In Zukunft ist zu erwarten, dass neue Technologien und Verfahren das Recycling kosteneffizienter machen und der Abbau endlicher Ressourcen auf der anderen Seite, aufgrund von Umweltregularien und Rohstoffmangel kostspieliger wird. Recycling ist also nicht nur ein Weg Rohstoffe wiederzuverwerten, es hilft auch dabei umweltschädliche Rohstoffgewinnung zu verringern.

Waste Management ist mit seiner, im Vergleich zur Konkurrenz, relativ großen Recyclingsparte gut auf diesen Trend eingestellt und hat schon heute die Kapazitäten, anderen Unternehmen Recyclingservices anzubieten. In Zukunft ist davon auszugehen, dass das Recyclinggeschäft weiter schneller wächst, als das herkömmliche Abfallgeschäft mit Deponien und immer neue Methoden zu Wiederverwertung von Rohstoffen relevant werden. Besonders im Hinblick auf moderne Technologien wie Lithium Batterien, dürfte Recycling an Relevanz gewinnen, da diese sehr umweltschädlich sind und gravierende Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben.

 

 

 

Events in dieser Woche