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Market-RoundUp / KW6 /  07.02.2023

Market-RoundUp KW6/ 2023

DAX und Co. / Vonovia / LEG

Dustin Klass
Lesezeit: 6 Minuten

unsere heutigen Themen sind:

  • „Januar-Effekt“
  • Weltweite Leitzinserhöhungen
  • zwei deutsche Immobilienwerte

Alphabet nutzt seine starke Marktstellung im Bereich der Suchmaschinen, um kleinere und zukunftsträchtigere Bereiche auszubauen und zu optimieren wie zum Beispiel die Google Cloud. Das Cloudgeschäft Alphabets ist eines der zukunftsträchtigen Bereiche des Unternehmens und erzielt aktuell knapp 7% des Umsatzes. Die Google-Cloud-Plattform (GCP) zählt neben AWS (Amazon), Azure (Microsoft) zu den größten Public Cloud Anbietern weltweit. Die Plattform bietet ihren Kunden über 100 Services, welche von den unterschiedlichsten Hosting-Services für Computing, über Storage bis hin zur Anwendungsentwicklung gehen.

Dow Jones: +0,2%
Dow Jones: -3.2%
Dow Jones: -3.2%

Markt-Entwicklung letzte Woche

Deutschland

DAX: 2,7%

Auf Wochensicht legte der Deutsche Aktienindex 2,7% zu auf 15.746 Punkte.

US-Märkte

S&P 500: 2,1%

Dow Jones:

Nasdaq 100: 4,4%

Auf Wochensicht legten die US-Börsen weiter zu. Der S&P 500 lag am Freitag nach Handelsschluss 2,1% höher, der Dow Jones notierte nahezu unverändert, während der Nasdaq 100 erneut das größte Wochenplus verzeichnete.

Asien

Hang Seng: -4,0%

Nikkei 225: 0,5%

Die asiatischen Börsen fanden auf Wochensicht keine gemeinsame Richtung. der Hang verlor -4,0%, während der japanische Leitindex Nikkei 225 mit einem Plus die Handelswoche beendet.

News der Woche:

Aktien: Vonovia & LEG

ISIN: DE000A1ML7J1

Steigende Immobilienpreise, hohe Nachfrage, historisch niedrige Zinsen: Die Bedingungen auf dem deutschen Immobilienmarkt hätten über die letzten 10 Jahre kaum besser sein können. Immobilien in Top-Lagen brachten Investoren überdurchschnittliche Renditen ein, im letzten Quartal 2021 waren Wohnimmobilien rund 12,2 % teurer als noch im Vorjahr. 

Doch eine schnelle Zinswende, hohe Inflation und wirtschaftliche Ungewissheit sorgten für einen Halt der „Goldgräberstimmung“ am Immobilienmarkt. Hart getroffen wurden von dieser Wende auch Konzerne, welche sich auf den Erwerb, die Vermietung und die Weiterentwicklung von Wohnimmobilien spezialisiert haben. So hat beispielsweise der größte deutsche Vermieter, die Vonovia SE, rund die Hälfte seines Marktwertes vom Allzeithoch verloren. Aber auch kleine Player der Branche, wie die LEG SE, wurden an den Kapitalmärkten abgestraft und notieren rund 50 % unter Allzeithoch im Oktober 2020. Zum einen haben die Unternehmen mit steigenden Bewirtschaftungskosten der Immobilien zu kämpfen, auf der eine Seite haben sich Baurohstoffe wie Holz stark verteuert, auf der anderen Seite gibt es in Deutschland einen Mangel an Facharbeitern, welche sich um die Instandhaltung der Immobilien kümmern, dementsprechend müssen für die wenig Vorhandenen, höhere Löhne gezahlt werden. Ein weiteres Problem ist die Finanzierung der Zukäufe und die Neufinanzierung des Immobilienbestandes. Die stark gestiegenen Zinsen bremsen Zukäufe und können bei einer hohen Schuldenquote zum Problem werden. Bei der Geldbeschaffung tritt ein weiteres Problem der Branche auf, für die Kredite oder Anleihen wird der Immobilienbestand als „Sicherheit“ hinterlegt. Da der Wert des Bestandes jedoch nicht auf historischen Niveaus weiterwächst (Bsp.: Q4 2021 12,5 %) und in „schwierigen Lagen“ sogar sinkt, ist die Finanzierung neuer Projekte erschwert. Teilweise gibt es Meldungen von Vonovia, Renovierungen und neue Projekte auf Eis zu legen, um sich nicht teuer Neuverschulden zu müssen. 

Die Vonovia SE ist ein deutscher Immobilienkonzern und mit über 500.000 Wohnungen an rund 400 Standorten, der größte deutsche Vermieter. Darüber hinaus befindet sich ein geringer Anteil der Firmenimmobilien in Schweden und Österreich. Vonovia beschäftigt rund 16.000 Mitarbeiter und ist, mit einer Marktkapitalisierung von rund 22 Mrd. € der größte Player auf dem deutschen Markt. 

Stand Q3 2022 bewirtschaftet das Unternehmen rund 621.000 Wohneinheiten und liegt damit rund 3 % unter dem Vorjahr. Eine Ursache hat dies in dem Erwerb neuer Wohnungen. In den ersten 9 Monaten des Jahres 2021 erwarb das Unternehmen rund 155.000 neue Wohnungen, während es ein Jahr später nur noch 1.000 waren. Und auch der Verkauf der Immobilien zog stark an und befand sich mit 18.000 Einheiten fast 500 % über dem Vorjahresniveau. Es scheint, als würde sich der Konzern deutlich verschlanken und weniger attraktive Einheiten abstoßen, worauf auch die verbesserte Leerstandsquote von 2,7 % statt 2,1 % noch im Vorjahr hinweist. Die Erlöse aus Mieteinnahmen konnte der Konzern um 34 % deutlich auf 2,4 Mrd. €  steigern, da diese rund 51 % der Gesamterlöse ausmachen, konnten diese vom Anstieg profitieren und sich um 32 % verbessern. Aber auch die weiteren Geschäftsbereiche, wie Instandhaltungsdienstleistungen konnten sich zum größten Teil verbessern. Der Blick in die Bilanz des Konzerns zeigt aber auch deutlich die gestiegenen Baukosten der Immobilien, aus diesem Grund häufen sich in letzter Zeit Meldungen über Baustopps in mehreren Regionen.

Da es langfristig jedoch das Ziel der Bundesregierung ist, jährlich 400.000 zu bauen, dürften diese Nachrichten ein Handeln der Regierung fordern, da Vonovia zu einem der größten Projektentwickler des Landes zählt.

 

ISIN: DE000LEG1110

Die LEG SE ist mit einem Einheitsbestand von rund 166.000 und einer Marktkapitalisierung von etwa 5,5 Mrd.€ um einiges kleiner als die Vonovia SE. Die Wohneinheiten des Unternehmens befinden sich ausschließlich in Deutschland und dort vor allem in den Ballungsgebieten, vermehrt in Nordrhein-Westfalen, wo sich auch der Unternehmenssitz befindet. Ähnlich wie bei der Vonovia konnte der Umsatz mit Mieteinnahmen in den ersten drei Quartalen 2022 um 22 % gesteigert werden. Aufgrund des starken Umsatzkostenanstiegs um 56 % fiel das Ergebnis aus der Vermietung und Verpachtung mit 400 Mio.€ etwas schlechter aus als noch im Vorjahr, 407 Mio.€. Auffallend sind bei LEG auch die stark gestiegenen Verwaltungsausgaben, welche sich im Vergleich zu den Vorjahresquartalen um 130 % auf 85 Mio.€ ausweiteten. Anders als die Vonovia, hat LEG im abgelaufenen Jahr den Immobilienbestand um rund 15 % erhöht, wobei sich die Leerstandsquote jedoch von 2,7 % auf 2,9 % verschlechtert hat.