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Die Hintergründe zu LVMH- Louis Vuitton Moet Hennessy

"All roads lead to Bernard Arnault"

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MOH

Im Jahre 1987 beginnt die Geschichte von LVMH: Um sich vor feindlichen Übernahmen zu schützen, fusionieren das Luxusgepäckwarenunternehmen Louis Vuitton und die zusammengeschlossenen Wein- und Spirituosenhersteller Moët und Hennessy. Gründer waren die vormaligen Besitzer Alain Chevalier (Moët-Hennessy) sowie Henry Racamier (LV).

Überblick zu LVMH- Louis Vuitton Moet Hennessy

  1. Größtes Luxusmarkenkonglomerat geführt durch französischen Entrepreneur
  2. Vom Bauwesen hin zum französischen Don der Dekadenz
  3. Markterschließung- Krieg der Handtaschen, Kein Mord im Orient-Express
  4. Begehrte Marken- Selbst in Krisenzeiten
  5. Im Luxus-Olymp
  6. Dualität
  7. Kernpunkte - LVMH- Louis Vuitton Moet Hennessy

Größtes Luxusmarkenkonglomerat geführt durch französischen Entrepreneur

Seit der Fusion kauft die größte Luxuswarenfirma der Welt, LVMH, stets weitere Prestigemarken auf – aus den sechs Segmenten Mode & Lederwaren, Wein & Spirituosen, Parfum & Kosmetik, Uhren & Schmuck, Einzelhandel und anderes (wie Luxusreisen& Medien).

1989 wird der vorherige Anteilseigner Bernard Arnault CEO von LVMH. Er wird als einer der Wegbereiter des modernen Unternehmertums gesehen.

Vom Bauwesen hin zum französischen Don der Dekadenz

Vorgeschichte

Bernard Arnault wächst in Frankreich auf und schon früh mit ins Bauunternehmen der Familie hinein.

 

Vom Bauwesen hin zu Real-Estate: Nach einem Studium der Ingenieurswissenschaften an der elitären École Polytechniqué in Paris arbeitet er im elterlichen Unternehmen „Ferret-Savinel“ und wird 1978 dessen Präsident. Er möchte expandieren, lässt zusätzlich zu Ferienhäusern an der Côte d´Azur auch welche an der Küste Floridas entstehen. Zusammen mit seinem Unternehmen „Férinel Inc.“ baut und vermietet er auch Ferienwohnungen in Amerika.

Dort soll es zu einem entscheidenden Schlüsselmoment kommen: Als er einen Taxifahrer fragt, ob er den französischen Präsident kenne, verneint dieser und entgegnet, dass er dafür jedoch Christian Dior (franz. Modedesigner mit gleichnamigem Label) kenne. Diese Aussage wirkt nach und stellt einen Wendepunkt dar:

Arnault wird Marken-CEO

1984 kehrt Arnault mit erweiterten Business-Skills nach Frankreich zurück und übernimmt mit seiner zuvor gegründeten „Groupe Arnault“ Holding den damals strauchelnden Textilkonzern Boussac/Saint-Frères um das zugehörige Designerhause von Dior.

Der größte Teil des Konzerns wird – mit Ausnahme von Dior und „Le Bon Marché“ verkauft (wodurch tausende Mitarbeiter ihren Job verlieren) und um weitere Marken wie Christian Lacroix und Celine ergänzt.

Nachdem das Luxuslederwaren-Unternehmen Louis Vuitton und der Spirituosen- und Parfum-Hersteller Moet-Hennessy im Jahre 1987 zur französischen Holding-Gesellschaft LVMH fusionieren, erwirbt Arnault nach und nach deren Anteile.

 

Als es in der Führungsetage von LVMH zu Differenzen kommt, bittet Henry Racamier den französischen Entrepreneur Bernard Arnault um Unterstützung. Dieser soll mehr Unternehmensanteile kaufen, um ein Mitspracherecht zu erwirken und ihm so den Rücken stärken zu können. Arnault kommt der Kauf-Bitte zwar nach, allerdings aus Eigeninteresse: Er verbindet sich mit Guinness, Lazard Frères und weiteren, womit sie nun auf 45% der Konzern-Anteile kommen. Zusammen mit den anderen Investoren hält er die Anteilsmehrheit bei LVMH und wird gegen den Willen der Vuitton- & Hennessy-Familienmitglieder LVMH-Präsident. Den darauf folgenden Rechtsstreit gegen den ausgebooteten Racamier und Chevalier gewinnt er und darf seinen angefochtenen CEO-Posten (welchen er bis zum heutigen Tag innehat) behalten.

Dior

Nun wird auch Dior zur LVMH-Marke. Schon von klein auf ist besagte Marke im Hause Arnault zugegen und für ihn präsent: Bernards Mutter ermöglicht ihm eine klassische Ausbildung am Piano und soll häufig Parfum der französischen Luxusmarke getragen haben. Für Arnault soll Dior die Verkörperung von Paris gewesen sein. Zudem „habe der magische Name, in dem wir Gott und Gold finden, ihn schon immer beeindruckt“, berichtet er später dem Figaro Magazin. Und „als Lebensumstände ihn in die Lage versetzten, diesen mythischen Namen zu kaufen, erzählte er seinem Team, „dass sie um diese Marke herum den weltweit führenden Luxuskonzern aufbauen würden.“  Die Vision nimmt Form an.

Arnaud kauft mehr prestigeträchtige Unternehmen auf. Aus einer Distanz heraus beobachtet er und schlägt im passenden Moment zu. Wie ein Raubtier, welches sich unauffällig Beute- in Form von Luxusmarken- reißt und einverleibt. Die Bevölkerung betitelt ihn als „Wolf in Kaschmir“. Treffend, dass ihm mit Loro Piana eines der feinsten italienischen Häuser für Edel-Wolle gehört.

Französischer Don

Bernard hingegen sieht sich als einen Botschafter französischen Erbes und französischer Kultur. „Was sie kreieren sei emblematisch und mit Versailles verbunden…mit Marie-Antoinette.“ Ein Lifestylemagazin betitelt ihn gar als „Papst der Mode“. Bernie ist weltweit gut vernetzt, per Du mit sämtlichen Staats-Chefs verschiedener Länder und selbst eine einflussreiche Persönlichkeit. Durch den Besitz eines Radiosenders sowie der französischen Zeitungen „Les Echos“ (auflagenstärkste Finanzzeitung Frankreichs) und „Le Parisien“ hat er sogar eigenen Zugang zur vierten Staatsgewalt-den Medien. Einige sehen ihn als so mächtig an wie einst die Medici. Und in Paris soll die Redensart „alle Wege führen zu Arnault“ bestehen.

Markterschließung- Krieg der Handtaschen, Kein Mord im Orient-Express

Seltene Niederlagen

Trotz Vormachtstellung und Siegeswillen beißt er sich an einigen Unternehmen die Zähne aus.

Bis 2011 bemüht er sich um Gucci und verliert schließlich in einem sogenannten „Krieg der Handtaschen“ gegen seinen Erzrivalen François Pinault (den Unternehmer und Gründer von Kering, vormals PPR-Gruppe). Arnaults Vorgehen dabei ist stets gleich: Gefällt ihm ein Business, kauft er sich mehr oder minder subtil ein um Hauptaktionär zu werden und somit mehr Einfluss auf dieses zu haben. So auch bei dem internationalen Luxus-Familienunternehmen Hermés: Von 2010 bis 2014 versucht Arnault sich an dieser Marke, erwirbt Anteile. Bestehende Wandelanleihen lässt er sich in Form von weiteren Hermés-Aktien statt in Bargeld auszahlen. All das jedoch ohne die französische Börsenaufsicht AMF (Autorité des marchés financiers) zu benachrichtigen, dass die meldepflichtige Schwelle von 5-10-15 % des Kapitels überschritten wurde. Um sich und ihr Unternehmen vor einer Übernahme zu schützen, bringen die meisten Erben des Firmengründers Thierry Hermés ihre Anteile von insgesamt rund 50% des Kapitals in die Holding H51 ein.

Auch wenn die damalige Übernahme von Gucci und Hermés nicht geklappt hat, werden andere Traditionsmarken aufgekauft und weitere Ziele erreicht.

Sammelleidenschaft und Markterschließung

2016 landet Bernard mit dem Kauf des New Yorker Juweliers Tiffany und Co einen Coup und für umgerechnet etwa 16 Millarden Euro seine größte Übernahme. Das traditionelle kleine Schwarze, welches Audrey Hepburn im verwandten Kult-Film („Frühstück bei Tiffany´s“) trug, hat der kunstliebende Unternehmer durch den Besitz der zugehörigen Marke Givenchy ohnehin schon im Sammler-Repertoire.

Zudem besitzt er eine eigene Kunsthalle und zusammen mit der Familie Frère das Weingut Château Cheval Blanc mit ausgezeichnetem Grand Cru Classé A- Wein. Stets werden neue Felder und Märkte erschlossen. Wortwörtlich. Mit der Übernahme der Belmond Hotels und des historischen Nobel-Reisezuges „Orient Express“ auch geografisch. Don Arnault erreicht die Welt. Sei es durch die Medien oder die seines Luxuskonglomerates zugehörigen Güter.

Begehrte Marken- Selbst in Krisenzeiten

16-37-Jährige machen 30% des Umsatzes aus. Mitverantwortlich dafür soll der sogenannte Veblen-Effekt (-> auch Prestige-Effekt) sein: Hierbei wird paradoxerweise bei einem Preisanstieg bestimmter Güter die Nachfrage gesteigert, da sozial Wertigkeit damit assoziiert wird. Auch an der Börse ist bekannt, dass selbst in Rezessionen oder Krisen Luxusgüter weiterhin gekauft werden. „Luxus geht immer“. Bernard: „What we do in our group is the opposite of the bad effects of globalization. We produce in Italy and in France and we sell to China when usually it’s the opposite.” “. Auch das krisenbedingt eingesparte Geld, wurde anstelle von Reisen in andere Waren gesteckt. Besonders bei Chinesen. Selbstredend auch im Bereich Luxus.

Ebenjenes Wort mag der reichste Europäer nicht, er „bevorzuge den Begriff ´Produkt hoher Qualität´. Es zähle mehr, dass unsere Marken in 10 Jahren noch so begehrlich wie heute sind. Profit ist die Konsequenz dessen was wir gut tun, es sollte niemals das Ziel sein.“

Im Luxus-Olymp

Bernard Arnault hat sein Ziel, zumindest im Unternehmertum die Nummer Eins zu sein, zwischenzeitlich erreicht. Zusammen mit Elon Musk und Jeff Bezos zählt er laut Forbes zu den reichsten drei Männern weltweit. Noch vor Bill Gates und Warren Buffett.  Er soll der erste Europäer sein, der diese Auszeichnung erhält (mit einem derzeitigen Netzwert von etwa 233 Milliarden). Er versteht es, kreatives Potenzial in Profit umzuwandeln. Arnault hat sich durch den Einkauf von Traditionsmarken ein Luxusmarkenkonglomerat geschaffen. Sein eigenes Erbe wird neben ihm von seinen fünf Kindern mitgeführt, die alle jeweils hohe Vorstandsposten in den Tochterhäusern von LVMH (u.a. Dior, Berluti, Tiffany, Tag Heuer und LV Uhren) innehaben. Bernard soll mehr über seine Firma werben als über sich und während er als kalkulierender Geschäftsmann gilt, soll er privat ein echter Gentleman sein. Der der Kreativität seiner Mitarbeiter freien Lauf lässt. Der „Erfolg seines Unternehmens sei auf die Kombination von Kreativität und Organisation zurückzuführen.“

Der gutbetuchte Wolf möchte noch länger im Amt bleiben, hat vor kurzem die Altersgrenze von 75 auf 80 Jahre anheben lassen und sagt, sie seien gerade erst am Anfang.

 

Dualität

 „Der Schlüssel des Erfolgs liegt in der Dualität. Zeitlosigkeit und größtmögliche Moderne.“

 

Kernpunkte - LVMH- Louis Vuitton Moet Hennessy

  • KP1: Größtes Luxusmarkenkonglomerat :

    LVMH ist das größte Luxusmarkenkonglomerat, das aus der Fusion der Luxusgepäckmarke Louis Vuitton und den Wein- und Spirituosenherstellern Moët und Hennessy im Jahr 1987 entstanden ist. Seitdem hat LVMH unter der Führung von Bernard Arnault weitere Prestigemarken aus verschiedenen Luxussegmenten erworben und ist zu einem mächtigen und einflussreichen Unternehmen in der internationalen Luxusbranche geworden.

     

  • KP2: Von der Hausvermietung zum internationalen Luxushaus:

    Bernard Arnault ist der Gründer und CEO der heutigen LVMH-Group. Und einer der einflussreichsten Unternehmer im Luxussektor. Er begann seine Karriere im Bauwesen und Immobiliensektor, bevor er sich in die Luxusbranche begab. Und in dieser mit strategischen Übernahmen und Geschäftsexpansionen die Führung von LVMH und weiteren Designerlabels übernahm. Arnault ist bekannt für seine Sammelleidenschaft von Luxusmarken und seinen Beitrag zur Modernisierung und Globalisierung des Unternehmens.

  • KP3: Übertragenes Erbe :

    LVMH ist ein Symbol für französisches Erbe und Kultur (wenn auch übernommen), das Luxusprodukte von höchster Qualität anbietet. Arnault legt großen Wert darauf, dass die Marken des Unternehmens auch in Zukunft begehrenswert bleiben und betont, dass Profit eine Folge der richtigen Geschäftspraktiken sein sollte, nicht das Hauptziel. Bernard Arnault zählt zu den reichsten Männern der Welt und hat seine Nachfolge in seinem Unternehmen durch seine Kinder gesichert. Er strebt weiterhin danach, LVMH als führendes Luxusunternehmen zu etablieren, das französisches Erbe und Innovation vereint.