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Die Hintergründe zu Netflix

"Being an entrepreneur is about patience and persistence. Incredible people dont want to be micromanaged"

ISIN: US64110L1061
NASDAQ: NFLX

Die Online-Videothek die zu einem monatlichen Festpreis unbegrenztes Streaming von Serien, Filmen, Dokus und Shows anbietet, hat einen ungefähren Jahresumsatz von 25 Milliarden US-Dollar. Netflix ist zudem einer der größten Videoproduzenten und soll mehr Sendeminuten als jedes Hollywoodstudio verfilmen.

Überblick zu Netflix

  1. Nutzerbasiertes Streamingprogramm
  2. Vorgeschichte: Flexible Filme aus dem Netz
  3. Krisen als Chancen, Führung mit Kontext und Netflix & Chill
  4. Weltweit krisenerprobtes Netflix
  5. Algorithmus und Bedürfniserkennung als Garant
  6. Culture is the set of behaviors and skills that make a company successful
  7. Kernpunkte - Netflix

Nutzerbasiertes Streamingprogramm

Besagtes Unterhaltungsprogramm des Streaming-Vorreiters kann von den mehr als zweihundert Millionen Abonnenten auf den meisten internetverbundenen Geräten konsumiert werden. Die Gründer Reed Hastings und Marc Randolph haben mit einer besonderen Firmenpolitik den Grundstein für nutzerbasierte Programmzuschnitte gelegt.

Vorgeschichte: Flexible Filme aus dem Netz

Vorgeschichte:  Marc Randolph, dessen Vater Nukleartechniker und Großneffe des Psychoanalytikers Sigmund Freud ist, hat mit seinem Großonkel, PR-Begründer Edward Bernays, einen weiteren berühmten Entrepreneur in der Familie. Nach seinem Geowissenschaftsstudium und einigen Jobs in der Medienbranche bietet Marc Mitte der 90er mit seinem Unternehmen Integrity QA Software für automatisierte Qualitätssicherung an. Dieses wird kurz darauf vom Softwareunternehmen Pure Atria und dessen Geschäftsführer Reed Hastings übernommen.

Mitfahrgelegenheiten, Brainstorming, Unternehmensgründung: Dadurch begegnen sich Randolph und Hastings persönlich und mögen sich auf Anhieb. Reed übernimmt alle zur Firma gehörigen Mitarbeiter und behält Marc als Vizepräsidenten für Corporate Marketing. Zudem fahren sie täglich gemeinsam mit dem Auto zur Arbeit und tüfteln an neuen Plänen. Kurz darauf wird das Unternehmen von einem anderen Mitbewerber aufgekauft. Die vormaligen CEO´s kommen in der Übergangszeit nach wie vor ins Büro und nutzen die freie Zeit für das Entwickeln von Geschäftsmodellen. Die Ideen kommen und gehen- Die eines personalisierbaren Shampoos und für spezialisierte Hundeprodukte werden wieder verworfen.

Die Entstehungsgeschichte von Netflix soll sich ungefähr folgendermaßen zugetragen haben: Als Hastings sich über eine zu spät zurückgegebene Videokassette und damit verbundene Mahngebühren in Höhe seines monatliches Fitnessstudio-Aufwandes von 40 Dollar ärgert, fallen ihm die Vorteile des unbegrenzt nutzbaren Gym-Abos auf. Wie wäre es, unbegrenzt Filme zu einem monatlichen Festpreis zu schauen? So wie Amazon einen Buchhandel bietet, könnten sie Filme anbieten. Gedacht, getan: Testweise verschicken die Gründer eine DVD in einem Briefumschlag per Post. Zu einer Zeit, in der Videos bekannt und DVDs noch Neuland sind.  Als die Disc unbeschädigt ankommt, soll der Grundstein für Netflix gelegt sein.

Der Name setzt sich übrigens aus „Net“ (dem englischen Wort für „Netz“ oder „Internet“) und „Flix“ („flicks“ für Filme) zusammen. Also „Filme aus dem Netz“. Zeitgleich erinnert die Wortendung an die von Reed angestrebte „Flexibilität“. Und eine ständige Verfügbarkeit.

So oder so: 1997 erfolgt die offizielle Gründung in Scotts Valley/Kalifornien und kurze Zeit später geht ihre Website an den Start. Der Vorreiter von Online-Videotheken ist geboren! Zunächst zahlen die Kunden einzeln für die geliehenen DVDs. Ihnen wird per Post der nächste Film zugesandt, sobald sie die zuvor ausgeliehenen DVDs zurückgeben. Wöchentlich soll man Filme für etwa 4 Dollar erhalten haben. Zunächst werden gut 900 Titel angeboten und von den knapp 30 Angestellten zugeteilt. 1999 wird eine Abo-Variante eingeführt. DVD-Player sind zu der Zeit noch verhältnismäßig kostspielig. Firmen wie Sony und Panasonic kooperieren mit Netflix und bieten als Kaufanreiz zu jedem gekauften Gerät direkt eine Netflix-DVD mit an. Zwar werden diese in den Läden teilweise von den Playern heruntergerissen und entwendet, doch grundsätzlich geht der Plan auf: DVDs (und auch Netflix) werden bekannter, beliebter und der Masse zugänglich gemacht. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

Streaming-Entrepreneure: Im Jahr 2000 soll Netflix auf den großen Mitbewerber “Blockbuster“ zugegangen sein und seine Plattform für 50 Millionen Dollar zum Kauf angeboten haben. Angeblich habe der Videotheken-Gigant Hastings ausgelacht und abgelehnt. Verpatzte Chance für Blockbuster, Glück für Netflix und seine Gründer: Sie glauben weiterhin an ihre Idee und bieten zusätzlich das Streaming an, wodurch man direkt am heimischen PC die Filme via Internet anschauen kann. Amazon möchte den damals noch kleinen Überflieger übernehmen, doch die Netflixer bleiben- trotz Bewunderung für den Onlineversandhändler- letztendlich unter sich.

Krisen als Chancen, Führung mit Kontext und Netflix & Chill

Die Chancen in Krisen, KI und Algorithmen: 2001 sinken die Preise für DVD-Player, doch die vermeintliche wirtschaftliche Schieflage fängt sich schnell: Makabererweise profitiert Netflix in der Folgezeit von 9/11 davon, dass viele Menschen weniger reisen und im besagten Jahr eher zuhause bleiben. So werden neue Couch-Potatoes und Streamer hinzugewonnen. Zur allgemeinen Beliebtheit trägt unterschwellig auch eine von Netflix´ Besonderheiten bei: Der Algorithmus. Mit seiner Hilfe werden dem Zuschauer nahezu maßgeschneiderte Empfehlungen aufgetischt. Durch KI, Algorithmen und Kreativität werden Sehgewohnheiten analysiert, Informationen gesammelt und andere womöglich passende Inhalte ermittelt. Neben der künstlichen Intelligenz sorgen dafür auch die Mitarbeiter. Und die eigene Firmenpolitik: Netflix setzt auf Transparenz, Ehrlichkeit und eine direkte Feedbackkultur. „Führung mit Kontext statt Kontrolle“.  Anstelle von festen Regeln und Zeiten wird auf integres, erwachsenes und zielführendes Verhalten sowie eine ausgewogene Work-Life-Balance für mehr Zufriedenheit und Effizienz gesetzt. Die privat in der Paartherapie erworbenen Ratschläge bezüglich Ehrlichkeit werden auch in der Firma angewandt. Einer von Reeds Leitsätzen lautet: „Be brutally honest about the short term and optimistic and confident about the longterm“.

Er bezeichnet es als Talentdichte. Die kompromisslose Personalpolitik setzt darauf, dass Menschen mit viel Talent und Motivation sich gegenseitig beflügeln. Die, die hingegen andere ausbremsen, müssen gehen. Nur die Champs, die das Beste des Unternehmens im Sinne haben und dieses fördern, dürften bleiben. Wie in einer Meisterschaft.

Innovatives Internetfernsehen auf vielen Kanälen: Auch die Internetleistungen werden effizienter: Schnelle Leitungen supporten das Streamen. Selbst kabellos läuft alles wie am Schnürchen. Zwischenzeitlich können Deals mit Paramount, MGM und Lionsgate geschlossen werden. Teile der Disney und Sony Library folgen zeitweise, genau wie Kooperationen mit Apple, Playstation, Xbox und der Nintendo Wii.

Netflix etabliert das Streaming-Geschäft. Sei es auf heimischen Computern, Spiele-Konsolen oder mittlerweile auch auf Smartphones und Smart-TV´s. Und ist somit Wegbereiter des Internet-Fernsehens.

Netflix&Chill und Wachstum: Lauschige Serienabende versprechen auch die hauseigenen Produktionen sowie fremdproduzierte, jedoch exklusiv bei Netflix ausgestrahlten Streifen. 2012 geht mit der norwegisch-amerikanischen Krimi-Serie „Lilyhammer“ die erste Eigenproduktion an den Start. Beginn einer spektakulären Reihe von sogenannten Netflix Originals. Die Netflix-Politdrama-Serie „House of Cards“ erhält sogar neun Emmy-Nominierungen. Auch wenn der bedeutende Fernsehpreis nicht abgeräumt wird, so kann allein die Nominierung als große Auszeichnung betrachtet werden. Genau wie die „eigene“ Redewendung „Netflix and Chill“, die seit 2009 vermehrt auftaucht: als Umschreibung für gemeinsame Film-Abende und vor allem als Synonym für etwas pikantere Verabredungen.

Die gleichnamige Eis-Sorte „Netflix and Chill´d“, wird von den Eiscreme-Koryphäen Ben &Jerrys 2020 auf den Markt gebracht.

Im gleichen Jahr bietet Disney seine eigene Streaming-Plattform Disney Plus an. Und zieht, genau wie teilweise Warner seine Produktionen zurück um sie auf die mittlerweile entstandene eigene Plattform zu packen. Alternativ schließt Netflix 2022 mit Sony einen Exklusivdeal über Filme im Wert von etwa einer Milliarde Dollar. Und erhält somit das Erststreaming-Recht von Sony-Kinofilmen. Während eines Zeitfensters von 18 Monaten dürfen diese bei keinem anderen Anbieter als Netflix laufen. Zudem gibt es exklusive Zusammenarbeiten und Dokumentationen mit Celebrities.

Weltweit krisenerprobtes Netflix

Das Netflix-Netz breitet sich thematisch und geografisch aus. Mittlerweile ist der Streaming-Anbieter nahezu überall mit einem länderspezifischen Angebot verfügbar. Mit Ausnahme von Südkorea, China, Syrien, Russland und der Krim.

Netflix scheint krisenerprobt. Bei externen Katastrophen wie Pandemien, Waldbränden und ähnlichem, bleiben die Menschen zuhause und die Nutzerzahlen steigen. Werden Abonnements vertragswidrig mit anderen geteilt, wird künftig härter dagegen vorgegangen. Zeitgleich sollen auch günstigere Abo-Varianten (mit etwas eingeschränkterem Angebot und Werbung) angeboten werden.  Reed Hastings verlässt seinen alten CEO-Posten und leitet nun den Aufsichtsrat.

Algorithmus und Bedürfniserkennung als Garant

Auch wenn Mitbewerber wie Amazon und Disney ernstzunehmende Konkurrenten sind, kann man von künftigem Wachstum bei Netflix ausgehen. Und wenn es lediglich durch Netflix& Chill- Abende verursachter Zuwachs ist.

Zusätzlicher zu besagter Redewendung und damit erschaffenem Kulturgut hat Netflix noch das Alleinstellungsmerkmal der eingangs erwähnten Algorithmen. Für die Analyse des personalisierten Nutzerverhaltens kommen Marc Randolph offenbar seine Psychoanalytiker-Gene zugute.

Bedürfnisse zu erkennen, bevor der Nutzer sich dieser bewusst ist. Und sei es nur auf den Filmgeschmack bezogen.

Culture is the set of behaviors and skills that make a company successful

Wie Reed einst sagte:

„Most entrepreneurial ideas will sound crazy, stupid and uneconomic and then they will turn out to be right“

 

Kernpunkte - Netflix

  • Vom DVD-Verleih zum Streaming-Giganten:

    Netflix ist ein führender Streaming-Dienst mit einem mittlerweile geschätzten Jahresumsatz von 25 Milliarden US-Dollar und mehr als 200 Millionen Abonnenten weltweit. Das Unternehmen bietet unbegrenztes Streaming von Serien, Filmen und anderen Inhalten auf verschiedenen Geräten an. Die Plattform wurde 1997 von Reed Hastings und Marc Randolph gegründet, ursprünglich als DVD-Verleih per Post.

  • Netflix als origineller Videoproduzent:

    Netflix gilt als einer der größten Videoproduzenten und produziert mehr Sendeminuten als viele Hollywoodstudios. Das Unternehmen hat erfolgreich eigene Originalinhalte entwickelt, die weltweit beliebt sind.

  • Psychoanalyse als Schlüssel: Personalisierte Empfehlungen und innovative Unternehmenskultur:

    Netflix zeichnet sich durch personalisierte Empfehlungen für seine Nutzer aus, die mithilfe von Algorithmen und Analyse des Nutzerverhaltens erstellt werden. Die Unternehmenskultur von Netflix betont Transparenz, Ehrlichkeit und eine offene Feedbackkultur als Schlüssel zum Erfolg.