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Aktienanalyse
Rheinmetall

Aktienanalyse Rheinmetall AG: Dynamisches Wachstum im Schatten globaler Krisen – Ein Blick auf den deutschen Rüstungskonzern

RHM.XETRA

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ISIN: DE0007030009

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von

Dustin Klass

Inhaltsverzeichnis

  1. Kernfakten Rheinmetall
  2. Snapshot Fundamentaldaten: Rheinmetall
  3. Porträt für die Rheinmetall
  4. Geschichte von Rheinmetall
  5. Analyse der Rheinmetall Aktie
  6. Zusammenfassung: Pro und Contra für Rheinmetall

Rheinmetall: Das Wichtigste zum Hören

Kernfakten für Rheinmetall

  1. Robustes Umsatzwachstum: Rheinmetall AG verzeichnete im Geschäftsjahr 2023 ein solides Wachstum mit einem Umsatz von 1,49 Milliarden Euro im zweiten Quartal, was einem Anstieg von 6 % entspricht. Dies setzte sich im dritten Quartal fort, mit einem operativen Ergebnis, das die Markterwartungen übertraf, und einer starken operativen Marge von 10,9 %.
  2. Geopolitische Einflüsse: Die Geschäftsentwicklung von Rheinmetall wurde stark durch die geopolitischen Ereignisse beeinflusst, insbesondere durch den Konflikt in der Ukraine, was zu einer erhöhten Nachfrage nach Sicherheitstechnologien führte und die Division Weapon and Ammunition zu besonderem Wachstum antrieb.
  3. Strategische Positionierung: Rheinmetall nutzt seinen Standortvorteil in Deutschland, um von der bevorzugten Beschaffungspolitik europäischer Länder zu profitieren. Dies bietet einen Wettbewerbsvorteil gegenüber US-amerikanischen Konkurrenten, besonders in Zeiten, in denen Sicherheit und lokale Versorgungsketten an Bedeutung gewinnen.
  4. Langfristige Auftragslage: Mit einem Auftragsbuch von über 37 Milliarden Euro und der positiven Entwicklung der Rheinmetall Expal Munitions S.A.U., die nun eine operative Rendite von über 25 % erwarten lässt, zeigt sich Rheinmetall gut aufgestellt für anhaltendes Wachstum und eine starke Marktposition.

Snapshot

Porträt

Die Rheinmetall AG, im Jahr 1889 als “Rheinische Metallwaren- und Maschinenfabrik Aktiengesellschaft” ins Leben gerufen, ist ein Pfeiler der deutschen Industriegeschichte und ein Paradebeispiel für deutsche Ingenieurskunst, auch wenn das Unternehmen stets das kontroverse Thema “Rüstungsindustrie” mit sich führt. Ursprünglich gegründet, um das Deutsche Reich mit Munition zu versorgen, hat sich Rheinmetall über die Jahrzehnte hinweg zu einem hochmodernen Technologie- und Maschinenbauunternehmen gewandelt, das heute als größter Rüstungskonzern Deutschlands neben Airbus Defence and Space und als bedeutender Spieler auf dem europäischen Markt gilt.

Mit über 130 Standorten weltweit und einem beeindruckenden Umsatz von 6,41 Milliarden Euro im Jahr 2022 hat Rheinmetall seine globale Präsenz zementiert. Der Konzern bedient eine vielschichtige Kundenliste in rund 140 Ländern und beweist mit einem Börsenwert von 11,5 Milliarden Euro seine Marktmacht und finanzielle Robustheit.

Die Produktlandschaft von Rheinmetall ist eine Symbiose aus militärischer Präzision und ziviler Innovation. Während die Waffensysteme wie die Leopard-Panzerreihe auf den Schlachtfeldern weltweit ihren Einsatz finden, sind es die Sensoren, Steuereinheiten und Pumpen, die in der Automobilindustrie und anderen zivilen Bereichen Anwendung finden. Diese Dualität ermöglicht es Rheinmetall, in einer Branche, die von volatilen politischen Landschaften und wechselhaften Marktanforderungen geprägt ist, eine stabile und nachhaltige Position zu halten.

In der europäischen Rüstungslandschaft steht Rheinmetall Seite an Seite mit Giganten wie BAE Systems, Thales und Leonardo, die zusammen das Rückgrat der europäischen Sicherheit bilden. Doch im globalen Kontext ist es Lockheed Martin, der als weltweit größter Rüstungshersteller die Messlatte setzt, mit einer Produktpalette, die von den Hightech-F-35 Kampfjets bis hin zu einer breiten Palette von Verteidigungssystemen reicht.

Rheinmetall navigiert durch dieses hochkompetitive Feld mit strategischer Finesse, balanciert geschickt zwischen seinen militärischen und zivilen Ambitionen und stärkt seine Position durch Innovation und Diversifikation. Dabei profitiert das Unternehmen von seiner geografischen Lage, mit starken Umsätzen in Deutschland und einer umfassenden Abdeckung des europäischen Marktes, während es zugleich den aufstrebenden asiatischen Markt erfolgreich erschließt.

Gleichzeitig steht Rheinmetall, wie viele Rüstungsunternehmen, vor der kontroversen Wahrnehmung der Öffentlichkeit, von Konflikten und Kriegen zu profitieren. Die steigende Nachfrage nach militärischer Ausrüstung in Zeiten geopolitischer Spannungen und Konflikte führt oft zu einer Zunahme der Auftragslage für Rüstungsgüter, was wiederum das Umsatzwachstum von Unternehmen wie Rheinmetall antreibt. So haben die jüngsten Konflikte dazu geführt, dass sich der Wert der Aktie in den letzten 2 Jahren fast verdreifacht hat. Dies wiederum hat zu einer Debatte über die ethischen Aspekte des Rüstungsgeschäfts geführt, in der Fragen nach der Verantwortung von Unternehmen für die Verwendung ihrer Produkte und die Förderung von Frieden und Sicherheit gestellt werden.

Trotz dessen lässt sich sagen, dass in der komplexen Welt der Rüstungsindustrie ist Rheinmetall ein integraler Bestandteil der deutschen und europäischen Verteidigungslandschaft. Das Unternehmen hat es geschafft, sich als ein wichtiger Innovator zu etablieren und beeinflusst mit seinen Entwicklungen die globale Rüstungsindustrie maßgeblich. Mit tiefen Wurzeln in einer langen Geschichte der Industrie und einem klaren Blick nach vorn strebt Rheinmetall danach, durch kontinuierliche Innovationen und strategische Anpassungen seine Position als weltweit agierendes Unternehmen zu stärken und zu erweitern.

Lasst uns also einen genaueren Blick auf dieses Unternehmen werfen.

Geschichte

Die Rheinmetall AG wurzelt tief in der deutschen Industriegeschichte und hat seit ihrer Gründung im April 1889 durch den Hoerder Bergwerks- und Hüttenverein eine nahezu beispiellose Transformation durchlebt. Damals, unter der Führung des Ingenieurs Heinrich Ehrhardt, begann das Unternehmen in Düsseldorf mit der Produktion von großkalibrigen Geschützen und rüstete das deutsche Kaiserreich aus.

Nach dem Ersten Weltkrieg zwang der Versailler Vertrag Rheinmetall dazu, sich neu zu erfinden. Das einstige Rüstungsunternehmen wandte sich zivilen Produkten zu und produzierte Lokomotiven, Dampfpflüge und Büromaschinen. Doch mit den 1920er Jahren kehrte das Unternehmen zu seinen Wurzeln zurück und wurde durch eine Kapitalerhöhung wieder zum bedeutenden militärischen Akteur, nunmehr mit dem Deutschen Reich als Hauptanteilseigner.

Die Übernahme des Lokomotivbauers August Borsig GmbH im Jahr 1933 und die spätere Fusion zur „Rheinmetall-Borsig AG“ im Jahr 1936 zeichneten den Weg vor, den das Unternehmen während des Zweiten Weltkriegs beschreiten würde – eine Zeit, in der seine Produktionsstandorte aufgrund ihrer militärischen Bedeutung Ziel alliierter Bombardierungen wurden.

Nach dem Kriegsende und einem erneuten Waffenproduktionsverbot stand Rheinmetall abermals vor großen Herausforderungen. Versuche, im zivilen Sektor Fuß zu fassen, waren zunächst wenig erfolgreich. Erst mit dem Ende des Produktionsverbots durch die Alliierten im Jahr 1956 und der Übernahme durch die Röchling-Gruppe begann für Rheinmetall ein neues Kapitel. Mit der Veräußerung von Borsig und der Akquisition von Salzgitter AG verlagerte sich der Fokus erneut auf die Rüstungsproduktion, wobei gleichzeitig das Engagement im Elektronik- und Maschinenbau ausgeweitet wurde.

In den 1970ern positionierte sich Rheinmetall schließlich als bedeutender Hersteller von Militärtechnik, was mit der Lieferung des Kampfpanzers Leopard 2 an die Bundeswehr 1979 seinen Höhepunkt fand. Die 1980er Jahre waren geprägt von strategischer Diversifizierung, wobei das Unternehmen seine Präsenz in zivilen Bereichen durch Akquisitionen wie Jagenberg und Pierburg GmbH stärkte.

Die 1990er brachten weitere Expansionen und einen verstärkten internationalen Fokus, insbesondere in den USA, und im Jahr 1996 wurde der Firmenname offiziell in „Rheinmetall AG“ geändert. Das neue Jahrtausend sah den Rückzug der Röchling-Gruppe und den Aufstieg von institutionellen Investoren als neue Mehrheitseigner. Rheinmetall festigte seine Marktposition durch stetige Verträge mit der Bundeswehr und anderen Verbündeten und strategische Übernahmen.

Heute, mit etwa 165 Tochtergesellschaften und Joint Ventures, erlebt Rheinmetall durch geopolitische Entwicklungen und eine steigende Nachfrage nach Rüstungsgütern erneutes Wachstum. Insbesondere die Ziele der NATO-Staaten, verstärkt in Verteidigung zu investieren, haben dem Konzern Auftrieb gegeben. Dieser Trend wurde durch die Ereignisse in der Ukraine und anderen globalen Spannungsherden verstärkt, was Anfang 2023 zur Aufnahme in den DAX führte.

Rheinmetall, nun Teil des deutschen Leitindex, steht damit nicht nur symbolisch für die Rüstungsindustrie Deutschlands, sondern auch für die enge Verflechtung von historischer Bedeutung und zeitgenössischer Relevanz eines Unternehmens, das sowohl zivile als auch militärische Märkte bedient.

Analyse

Datum: 27.10.2023

Im Jahr 2022 erlebte Rheinmetall AG ein solides Umsatzwachstum von 13 %, was zu einem Gesamtumsatz von 6,41 Milliarden Euro führte. Der Konzern erfreute sich eines Aufschwungs über alle Geschäftsbereiche hinweg, mit einem besonders starken Wachstum von 20 % in den Schlüsselbereichen Vehicle Systems und Weapon and Ammunition. Diese konnten insbesondere im Q4 mit einem Wachstum von rund 64% (VS) und 17% (WaA) deutlich zulegen. Diese Entwicklung unterstreicht die robuste Position des Unternehmens in einer Branche, die sich durch starke Nachfrage und innovative Produktlösungen auszeichnet.

Die Unternehmensführung betonte, dass die geopolitischen Ereignisse, insbesondere der russische Angriffskrieg in der Ukraine, eine Zäsur für die Sicherheitspolitik in Deutschland und Europa darstellen. Rheinmetall sieht sich in diesem Kontext als ein zentrales Element der europäischen Verteidigungsstrategie, das seine Stellung durch die Bereitstellung entscheidender Sicherheitstechnologien weiter festigt.

Die Herausforderungen des Jahres, wie die Rohstoffinflation infolge der Sanktionen gegen russische Energieträger, wirkten sich durch höhere Materialkosten aus und führten zu einem leichten Rückgang der Bruttomarge auf 50 %. Dennoch zeigte das Management Kompetenz in der Kostenkontrolle. Zudem konnte man aufgrund erhöhter Nachfrage die Preise deutlich anziehen, was sich in einer soliden operativen Gewinnmarge von 11,8 %, entspricht 731 Millionen Euro, manifestierte – ein Anstieg von 20 % gegenüber dem Vorjahr.

Nach Abzug von Steuern und Zinsaufwendungen blieb ein Nettogewinn von 535 Millionen Euro, ein beachtlicher Anstieg um 61 % im Jahresvergleich, der die effiziente Geschäftsführung von Rheinmetall hervorhebt. Auch die Dividendenpolitik des Unternehmens spiegelt dieses positive Ergebnis wider, mit einer Steigerung der Ausschüttung auf 4,30 Euro pro Aktie, ein Anstieg von 30 % gegenüber dem Vorjahr, was die Anteilseigner direkt am Erfolg des Unternehmens teilhaben lässt.

Die Struktur von Rheinmetall ist in fünf diverse, aber synergetische Divisionen gegliedert. Die Vehicle Systems Division, die größte Einheit des Konzerns, trug mit einem Umsatzanteil von 35 % maßgeblich zum Gesamtumsatz bei. Gefolgt vom Bereich Weapon and Ammunition, der 23 % zum Jahresumsatz beisteuerte, zeigt sich die starke Marktstellung in diesen Segmenten.

Die Sensors and Actuators Division, ein zivil ausgerichtetes Segment, generierte 22 % des Jahresumsatzes und bedient vor allem die Automobilindustrie, während die Electronic Solutions Division mit 17 % zu den Jahresumsätzen beitrug. Das kleinste Segment, Materials and Trade, zeichnete für 12 % des Umsatzes verantwortlich und fokussiert sich auf die Entwicklung von Motor-Komponenten sowie Aftermarket-Aktivitäten.

Die Geschäftszahlen von 2022 zeichnen ein Bild eines Unternehmens, das seit der NATO-Zielsetzung von 2014, zwei Prozent des BIP in die Verteidigung zu investieren, stetiges Wachstum erlebt hat. Trotz der Herausforderungen durch die Covid-19-Pandemie und Lieferkettenprobleme profitierte Rheinmetall von der erhöhten Nachfrage infolge des russischen Überfalls auf die Ukraine. Die enge Kooperation mit der Bundesregierung und anderen europäischen Ländern hebt die strategische Bedeutung der Waffen- und Sicherheitssysteme von Rheinmetall hervor. Zudem profitiert das Unternehmen von seiner diversifizierten Aufstellung, welche Synergieeffekte schafft und die Abhängigkeit von einzelnen Märkten verringert.

Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2023 hat Rheinmetall ein beständiges Umsatzwachstum von 6 % auf 1,49 Milliarden Euro hingelegt – eine bemerkenswerte Leistung angesichts des starken Vorjahresquartals, das durch den Ausbruch des Konflikts in der Ukraine geprägt war. Dieses Wachstum ist hauptsächlich auf eine erhöhte Nachfrage zurückzuführen, die durch die anhaltenden geopolitischen Spannungen befeuert wird.

Allerdings zeigte sich eine Eintrübung der Bruttomarge, die sich aufgrund steigender Materialkosten um 7 Prozentpunkte auf 43 % verschlechterte. Die sonstigen operativen Kosten hielten sich stabil und stiegen proportional zum Umsatz. Trotz der Kosteninflation konnte das Unternehmen einen konstanten Gewinn von 73 Millionen Euro nach Steuern erzielen, was die Stärke des operativen Geschäfts unterstreicht. Dennoch führte eine Aktienverwässerung zu einer Verringerung des Ergebnisses je Aktie um 0,04 Euro auf nun 1,29 Euro.

Einen innovativen Schritt hat Rheinmetall mit der Einführung neuer Auftragskennzahlen zu Beginn des Jahres 2023 gemacht. Diese neuen Kennzahlen sollen Transparenz über den Auftragsbestand aus dem Sicherheitsgeschäft sowie dem zivilen Bereich schaffen. Obwohl diese erwarteten Umsätze noch realisiert werden müssen und Abweichungen möglich sind, zeigt der gemeldete Auftragsbestand von über 37 Milliarden Euro die potenzielle Auslastung für die nächsten fünf Jahre – ohne Berücksichtigung des zukünftigen Umsatzwachstums.

Für das laufende Geschäftsjahr zeigt sich Rheinmetall optimistisch und erwartet ein Umsatzwachstum in allen Divisionen. Insbesondere in den Schlüsselbereichen Vehicle Systems und Weapon and Ammunition prognostiziert das Unternehmen ein Umsatzplus von 25–30 %.

Am 25.10.2023 gab das Unternehmen zudem einen Ausblick auf die nächsten Quartalszahlen. Im dritten Quartal 2023 zeigt Rheinmetall AG ein signifikantes Wachstum des operativen Ergebnisses und hat damit die Markterwartungen deutlich übertroffen. Mit einem operativen Ergebnis von 191 Millionen Euro, welches den Konsens von 165,4 Millionen Euro übersteigt, und einer operativen Marge von 10,9 % gegenüber den erwarteten 9,4 %, zeigt Rheinmetall eine beeindruckende Profitabilität. Die vorläufigen Umsatzzahlen von 1,758 Milliarden Euro für das Quartal entsprechen den Markterwartungen und beinhalten erstmalig den Beitrag der Rheinmetall Expal Munitions S.A.U., die ab dem 1. August 2023 konsolidiert wird. Diese Akquisition scheint bereits positiv zum Umsatzwachstum beizutragen und die Umsatzerwartungen für Rheinmetall Expal Munitions S.A.U. liegen nun sogar leicht über den bisherigen Prognosen von 150-190 Millionen Euro.

Der über den Prognosen liegende operative Gewinn ist hauptsächlich auf starke Marktdynamiken im Sicherheitstechnologiegeschäft zurückzuführen, insbesondere in der Division Weapon and Ammunition. Hier führten höhere Produktionsvolumina zu vorteilhaften Leverage-Effekten, die zu einem positiven Produkt- und Margenmix beitrugen.

Angesichts der starken Leistung im dritten Quartal und in Erwartung einer traditionell höheren Nachfrage im Jahresendgeschäft bestätigt der Vorstand die Umsatz- und Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2023. Es wird ein Konzernumsatz zwischen 7,4 und 7,6 Milliarden Euro (exklusive Akquisitionen) und eine operative Marge von rund 12 % angestrebt. Rheinmetall Expal Munitions S.A.U. wird dabei eine operative Rendite von über 25 % erwartet, was die Profitabilität dieser Akquisition unterstreicht.

Die starken Quartalsergebnisse spiegeln Rheinmetalls robuste Position in einem herausfordernden globalen Markt wider. Mit der erfolgreichen Integration von Akquisitionen und der effizienten Ausnutzung von Marktchancen scheint Rheinmetall auf einem guten Weg zu sein, seine Marktführerschaft weiter auszubauen und das Geschäftsjahr 2023 erfolgreich abzuschließen.

Zusammenfassung

Pro

  • Als Rüstungskonzern profitiert Rheinmetall von den geopolitischen Spannungen der letzten Jahre. Aktuell investiert man in vielen Bereichen, um die gestiegene Nachfrage zu bedienen. Die Auftragsbestände zeigen aktuell stetiges Wachstum.
  • Zurzeit erfüllen nur knapp ein Drittel der NATO-Staaten das Ziel, zwei Prozent des BIP in Rüstung zu investieren, sodass bei einem Nachzug der übrigen Staaten mit einem starken Wachstum der europäischen Rüstungsindustrie zu rechnen ist.
  • Mit den NATO-Staaten als Hauptabnehmer der Waffen- und Sicherheitssysteme beschränkt sich Rheinmetall bewusst und schafft somit Vertrauen.

Contra

  • Die Rüstungsindustrie ist besonders in Deutschland ein kontroverses Thema, sodass Rheinmetall in der Politik nicht den Rückhalt genießt wie beispielsweise US-amerikanische Konzerne.
  • Die Rüstungsausgaben von Staaten, die zu den Hauptkunden des Unternehmens gehören, sind politisch sehr aufgeladen und werden in Friedenszeiten wenig erhöht.
  • Der Verkauf von Kriegswaffen ist in Deutschland und auch im Ausland stark reguliert, sodass Rheinmetall bei vielen seinen Geschäften eng mit den jeweiligen Regierungen zusammenarbeiten muss.

Die Rheinmetall AG hat sich in einem Jahr voller geopolitischer Herausforderungen als ein Unternehmen mit erheblichem Potenzial und strategischer Weitsicht erwiesen. Mit einem soliden Umsatzwachstum im Jahr 2023 und einer beeindruckenden operativen Performance, die die Markterwartungen im dritten Quartal deutlich übertraf, steht Rheinmetall robust da. Die Akquisition der Rheinmetall Expal Munitions S.A.U. und eine operative Marge von 10,9 % im dritten Quartal, gepaart mit einem Auftragsbuch von über 37 Milliarden Euro, unterstreichen die starke Marktposition und die zukünftigen Wachstumschancen des Unternehmens.

Rheinmetalls Abhängigkeit von den Rüstungsausgaben der Länder ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ermöglichen es steigende Verteidigungsbudgets, insbesondere in Europa, dem Unternehmen, von langfristigen Verträgen und einem kontinuierlichen Auftragsstrom zu profitieren. Andererseits bedeutet dies auch, dass Rheinmetall weniger den natürlichen Marktdynamiken unterliegt und mehr von den politischen Entscheidungen einzelner Länder abhängig ist, was zu einer gewissen Volatilität führen kann.

Die Ereignisse in der Ukraine und im Nahen Osten haben die Notwendigkeit von Investitionen in die Verteidigung deutlich gemacht. Rheinmetall hat diese Gelegenheit genutzt und seine Produktionskapazitäten sowohl organisch als auch durch Akquisitionen erweitert, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden.

Die geografische Lage Rheinmetalls in Deutschland bietet einen einzigartigen Vorteil, insbesondere gegenüber den großen US-amerikanischen Rüstungsunternehmen. Die Präferenz der europäischen Regierungen, insbesondere Deutschlands, für lokale Beschaffung aus Gründen der Sicherheit und zur Vermeidung von Spionage, verschafft Rheinmetall einen entscheidenden Heimvorteil.

Es muss jedoch klar sein, dass die aktuelle Lage in der Rüstungsindustrie eine Momentaufnahme ist. Eine dauerhafte friedliche geopolitische Entwicklung würde die Nachfrage nach Rüstungsgütern senken. Darüber hinaus steht der Handel mit Kriegswaffen stets im Fokus der Öffentlichkeit und der Aufsichtsbehörden, was bedeutet, dass Unternehmen wie Rheinmetall in einem hochregulierten und politisch sensiblen Markt agieren, in dem Fehler weitreichende Konsequenzen haben können.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Rheinmetall aufgrund seiner aktuellen Geschäftsstrategie, seines starken Auftragsbestands und seiner strategischen Positionierung gut für zukünftiges Wachstum aufgestellt ist. Während das Unternehmen vom derzeitigen geopolitischen Klima profitiert, bleibt abzuwarten, wie es sich an eine sich verändernde Weltordnung anpassen und weiterhin eine führende Rolle in der globalen Rüstungsindustrie spielen wird.

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