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Aktienanalyse
Canadian Pacific Kansas City

Aktienanalyse Tiefere Einblicke in CPKC's Dominanz, Anpassungsfähigkeit und Umweltbewusstsein

CP.US

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ISIN: CA13646K1084

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von

Dustin Klass

Inhaltsverzeichnis

  1. Kernfakten Canadian Pacific Kansas City
  2. Snapshot Fundamentaldaten: Canadian Pacific Kansas City
  3. Porträt für die Canadian Pacific Kansas City
  4. Geschichte von Canadian Pacific Kansas City
  5. Analyse der Canadian Pacific Kansas City Aktie
  6. Zusammenfassung: Pro und Contra für Canadian Pacific Kansas City

Canadian Pacific Kansas City: Das Wichtigste zum Hören

Kernfakten für Canadian Pacific Kansas City

1. Dominanz im Markt und Verhandlungsmacht: Dank seiner starken Präsenz in Kanada und auf wichtigen nordamerikanischen Handelsrouten verfügt CPKC über eine bemerkenswerte Verhandlungsmacht gegenüber Kunden. Mit einer Gewerkschaftsbeteiligung von rund 74 % unter den Mitarbeitern besitzt das Unternehmen zudem eine starke Organisationsgrundlage, die eine robuste Verhandlungsmacht gegenüber dem Management sicherstellt.

2. Profitabilität und Anpassungsfähigkeit: CPKC zeichnet sich durch eine beeindruckende Rentabilität aus, die es dem Unternehmen ermöglicht hat, sich in einem wettbewerbsintensiven Umfeld zu behaupten. Besonders bemerkenswert ist die Fähigkeit, in Zeiten wirtschaftlicher Abschwünge Umsatzrückgänge durch geschickte Preisanpassungen auszugleichen. Diese Strategie hat sich als äußerst erfolgreich erwiesen und verdeutlicht die Anpassungsfähigkeit des Unternehmens.

3. Effizienter Schienenverkehr und Umweltbewusstsein: CPKC setzt auf die Kosteneffizienz des Schienenverkehrs im Vergleich zu anderen Transportmethoden wie dem Straßentransport. Dies verschafft dem Unternehmen nicht nur finanzielle Vorteile, sondern auch einen wachsenden Vorteil im zunehmend umweltbewussten Markt. Mit steigendem Umweltbewusstsein wird der effiziente Schienenverkehr als attraktive Alternative wahrgenommen, was in Zukunft zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden könnte.

Snapshot

Porträt

Canadian Pacific Kansas City (CPKC) – ein Name, der seit dem 14. April 2023 für das nordamerikanische Bahnunternehmen steht, das aus der Fusion von Canadian Pacific Railway Limited und Kansas City Southern hervorging. Mit Sitz in Calgary, Kanada, hat sich die CPKC auf den Güterverkehr per Schiene spezialisiert und hebt sich damit von großen Konkurrenten wie der US-amerikanischen Union Pacific ab.

Das Unternehmen verfügt seit der Fusion über ein eindrucksvolles Schienennetzwerk. Mit über 20.000 Meilen (32.000 Kilometer) Schienen, die sich von Kanada über die USA bis nach Mexiko erstrecken, hat die CPKC den Schienengüterverkehrmarkt fest im Griff. Im letzten Geschäftsjahr 2022 trugen beeindruckende 34.900 Güterwagen zum erfolgreichen Betrieb bei, wobei ein Drittel dieser Wagen geleast wurde, um eine höhere Flexibilität zu gewährleisten.

Trotz der scheinbaren Trägheit des Schienenverkehrs in Nordamerika wird diesem Sektor eine Wachstumsrate von 7-10 % prognostiziert. Unternehmen wie die CPKC, die Hunderte von Jahren alt sind, zeigen eine bemerkenswerte Agilität mit hohen Profitmargen von bis zu 40 % – Werte, die normalerweise eher aus der Technologiebranche bekannt sind. Die Branche wird von wenigen großen Playern dominiert, die erheblichen Einfluss haben. Dabei bestehen hohe Einstiegsbarrieren, die das Aufkommen neuer Konkurrenten nahezu unmöglich machen. Werfen wir einen genaueren Blick auf dieses faszinierende Unternehmen in der Branche.

 

Geschichte

Die Wurzeln der Canadian Pacific Kansas City Limited gehen zurück auf die Gründung der ersten der beiden fusionierten Eisenbahngesellschaften, der Canadian Pacific Railway Company, im Jahr 1881. Das Unternehmen spielte eine entscheidende Rolle beim Ausbau des Eisenbahnnetzes in Kanada und setzte Meilensteine wie die Ost-West-Küstenverbindung im Jahr 1889. Zu dieser Zeit war die Firma nicht nur im Güter- und Personenverkehr tätig, sondern betrieb auch einige Hotels entlang seiner Bahnstrecken in Kanada.

Im Jahr 1890 begann die Kansas City Suburban Belt Railway den Transport von Waren und Passagieren per Schiene. Anders als viele Konkurrenten dieser Ära fokussierte sich das Unternehmen nicht darauf, ein Schienennetz von Ost nach West in den USA zu errichten, sondern konzentrierte sich auf die Nord-Süd-Verbindung von Kansas City bis in den Süden von Texas. 1900 erfolgte die Umbenennung in Kansas City Southern Railway Company (KCSR), und die kommenden Jahre waren von den Auswirkungen der Weltkriege geprägt.

In den Nachkriegsjahren investierte das Unternehmen stark in den luxuriösen Personenverkehr und übernahm mehrere Konkurrenten, darunter Soo Line und Delaware and Hudson Railway in den Jahren 1990 und 1991. Um die Jahrtausendwende konzentrierte sich das Unternehmen verstärkt auf den Süden Amerikas und beteiligte sich an Projekten wie der Transportacion Ferroviaria Mexicana im Jahr 1997 und der Panama Canal Railway Company im Jahr 1998. 2000 trennte das Unternehmen seine nicht-eisenbahnbezogenen Geschäftsbereiche und benannte sich zwei Jahre später in Kansas City Southern um.

Im Jahr 2002 entschied auch die Führung der Canadian Pacific, sich von nicht-eisenbahnbezogenen Aktivitäten zu trennen.

In den folgenden Jahren erwarben beide Unternehmen andere Gesellschaften und investierten weiter in ihre Schienennetzwerke. Im Jahr 2021 übernahm Canadian Pacific Kansas City Southern für 31 Milliarden US-Dollar und schuf so ein Schienennetz, das sich vom Norden Kanadas bis in den Süden Mexikos erstreckt. Nach einem Veto stimmte im April 2023 auch das U.S. Surface Transportation Board der Akquisition zu.

Analyse

Datum: 15.08.2023

Im Geschäftsjahr 2022 setzte Canadian Pacific Kansas City (CPKC) seine Erfolgsgeschichte mit einem Umsatzwachstum von 10 % auf 8,81 Milliarden US-Dollar fort. Besonders beeindruckend war das Wachstum im Bereich des Containertransports, der dank eines gestiegenen Handelsvolumens eine überdurchschnittliche Steigerung von etwa 30 % verzeichnete. Dieses erhöhte Transportvolumen spiegelte sich auch in den umsatzbezogenen Kosten wider, wobei die Treibstoffausgaben um rund 50 % stiegen. Trotz dieser Kostensteigerung erreichte das Unternehmen einen operativen Gewinn von 3,33 Milliarden US-Dollar. Allerdings schmälerten die höheren Treibstoffkosten die Marge um zwei Prozentpunkte auf 38 %. Hinzu kamen Buchgewinne aus der Kansas City Southern in Höhe von 1,1 Milliarden US-Dollar. Abzüglich weiterer Ausgaben und einer Zinslast von 652 Millionen US-Dollar verblieb ein Gewinn von 3,52 Milliarden US-Dollar bzw. 3,77 US-Dollar je Aktie. Trotz einer Gewinnsteigerung des Unternehmens um 24 % aufgrund der Ausgabe neuer Aktien zur Finanzierung der Übernahme schrumpfte der Gewinn je Aktie um 10 % (Aktienzahl: 682 Mio. -> 932 Mio.). Die Dividende für das Geschäftsjahr wurde konstant bei 0,76 US-Dollar gehalten.

CPKC bedient eine breite Kundenbasis, die in drei Hauptkategorien unterteilt werden kann:

1. Schüttgut (Bulk): Dieser Bereich umfasst essentielle Güter wie Getreide, Kohle, Kali und Dünger. Mit einem Umsatzanteil von etwa 38 % im Jahr 2022, also rund 3,28 Milliarden US-Dollar, handelt es sich um einen widerstandsfähigen Sektor, da er Grundbedürfnisse abdeckt. Im vergangenen Jahr verzeichnete dieser Geschäftsbereich ein Wachstum von 8 %.

2. Handelswaren (Merchandise): Hierzu gehören Produkte für Konsumenten wie Holz, Papier, Energieträger wie Öl und Gas sowie Metalle und Mineralien. Mit einem Umsatzanteil von 36 %, also etwa 3,11 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022, bedient dieser Bereich zahlreiche kleinere Kunden. Durch die Integration von über 200 Verladestationen für Schiene-Lkw-Übergänge hat das Unternehmen erfolgreich seine Kundenbasis erweitert. Der Umsatz stieg hier um etwa 5 %.

3. Intermodaler Güterverkehr: Dieser Geschäftsbereich umfasst Einnahmen aus dem Transport von Standardcontainern, die sowohl von Lastwagen als auch von Schiffen befördert werden können. Im Jahr 2022 generierte dieser Sektor 26 % des Umsatzes, also etwa 2,24 Milliarden US-Dollar. Ein beeindruckendes Wachstum von 30 % wurde hier durch einen deutlich stärkeren Handel im Vergleich zum Vorjahr ermöglicht.

Die Fusion hat CPKC die Möglichkeit eröffnet, Waren von Ost nach West in Kanada und von Nord nach Süd bis nach Mexiko und umgekehrt zu transportieren. Dies verspricht in den kommenden Jahren eine höhere Wettbewerbsfähigkeit und Effizienz. Die Margen von CPKC gehören zu den höchsten in der Branche. Das Management hat das ehrgeizige Ziel, den Gewinn in den nächsten Jahren zu verdoppeln, auf etwa 8 US-Dollar pro Aktie.

Im zweiten Quartal 2023 konnte Canadian Pacific Kansas City (CPKC) nach dem Zusammenschluss im April erfreulicherweise ein beeindruckendes Umsatzwachstum von 44 % auf 3,17 Milliarden US-Dollar verzeichnen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass dieses Wachstum größtenteils aufgrund der Übernahme zustande kam, was als anorganisches Wachstum bezeichnet wird. Das kombinierte Wachstum der beiden Unternehmen erreichte lediglich 2 %. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund des aktuellen Umfelds zu betrachten, in dem die Branche mit rückläufigen Handelsvolumina konfrontiert ist. Diese Tendenz sollte jedoch voraussichtlich gegen Ende dieses Jahres oder Anfang nächsten Jahres ihren Tiefpunkt erreichen.

CPKC gelang es insbesondere durch eine Anhebung der Preise, das Umsatzwachstum zu generieren. An dieser Stelle wird erneut die beachtliche Preissetzungsmacht der Unternehmen deutlich, ebenso wie die scheinbare Alternativlosigkeit für die Kunden. Die erhöhten Preise halfen dabei, die gestiegenen Kosten sowie den Rückgang des Handelsvolumens abzufedern.

Die operativen Kosten erhöhten sich um 12 %. Dieser Anstieg betraf alle Bereiche des Unternehmens. Lediglich die Benzinkosten verzeichneten einen Rückgang um 21 % im Vergleich zum Vorjahr. Aufgrund der Übernahme waren im aktuellen Quartal einige Steuer- und Wertberichtigungseffekte zu verzeichnen, die jedoch im nächsten Quartal voraussichtlich nicht mehr auftreten werden.

CPKC hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Ende des Jahres einen adjustierten Gewinn von 3,77 US-Dollar pro Aktie zu erreichen. Dies würde einem Wachstum im mittleren einstelligen Bereich entsprechen. Dieses Ziel spiegelt das Bestreben des Unternehmens wider, die positiven Synergien aus dem Zusammenschluss optimal zu nutzen und gleichzeitig die bestmögliche finanzielle Leistung zu erzielen.

Zusammenfassung

Pro

  • Beide ursprünglichen Unternehmen des neuen Canadian Pacific Kansas City Limited Konzerns haben über 130 Jahre Erfahrungen und „Know-How“ in der Eisenbahnbranche sammeln können.
  • Dank kontinuierlicher Optimierungsmaßnahmen in den letzten Jahren thront CPKC mit einer beeindruckenden Marge von 40 % an der Spitze der Branche, wenn es um Profitabilität geht.
  • Durch seine herausragende Stellung in Kanada sowie auf wichtigen Handelsrouten in Nordamerika verfügt das Unternehmen über eine beträchtliche Verhandlungsmacht gegenüber seinen Kunden.

Contra

  • Mit einem Gewerkschaftsanteil von etwa 74 % unter den Mitarbeitern des Unternehmens besitzen die Angestellten aufgrund ihrer starken Organisierung eine bedeutende Verhandlungsmacht gegenüber dem Management.
  • Angesichts der hohen Kosten für den Betrieb eines umfangreichen Schienennetzwerks besteht in der Branche bei rückläufigen Umsätzen die reale Gefahr, dass Unternehmen rasch von den Kosten erdrückt werden können.
  • Die Fusion zu einem größeren, marktstarken Unternehmen zieht die Aufmerksamkeit der Aufsichtsbehörden auf sich und provoziert möglicherweise Klagen von Wettbewerbern.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass CPKC ein finanziell solider Konzern ist, der auf eine über hundertjährige Expertise in Kostenoptimierung und Effizienzsteigerung zurückblicken kann. Die Fusion hat dem Unternehmen eine hohe Wettbewerbsfähigkeit verliehen, und es ist nun die einzige Güterbahn in Nordamerika, die ohne Kooperationen Waren durch drei Länder transportieren kann.

Das Unternehmen beeindruckt mit hoher Rentabilität, einer stabilen Bilanz und starker Preissetzungsmacht. Besonders bemerkenswert ist die Fähigkeit, in wirtschaftlich schlechten Zeiten Umsatzrückgänge durch Preisanpassungen auszugleichen. Diese Strategie funktioniert derzeit in der gesamten Branche gut, hat jedoch ihre Grenzen, da Kunden letztendlich auf alternative Transportmethoden oder Verzicht umsteigen könnten.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist die deutlich höhere Kosteneffizienz des Schienentransports im Vergleich zu LKW-Transporten. Dies gilt sowohl für die unmittelbaren Kosten als auch für die zunehmend berücksichtigten externen Kosten. Mit wachsendem Umweltbewusstsein könnte dies in Zukunft ein treibender Faktor für die Industrie sein.

Nüchterner betrachtet gab es eine jüngste Verwässerung der Aktien nach der Übernahme von Kansas City. Die Übernahme wurde vor allem in Form von Aktien bezahlt, wodurch die Verschuldung des Unternehmens niedrig blieb. Jedoch haben die Aktionäre einen signifikanten Anteil an dem Unternehmen verloren.

Obwohl die Profitabilität des Unternehmens über dem Branchendurchschnitt liegt, ist die Dividendenrendite niedriger als der Durchschnitt der Branche. Derzeit beträgt die Rendite lediglich 0,7 % für Investoren. Dennoch wurde sie in der Vergangenheit deutlich gesteigert und dürfte sich auch weiterhin positiv entwickeln.

Insgesamt operiert das Unternehmen in einem spannenden, profitablen und wachstumsstarken Markt mit geringer Konkurrenz. Dennoch bleibt es von der globalen Konjunktur abhängig. Dies versucht CPKC durch Preiserhöhungen und breite Diversifikation auszugleichen, doch diese Effekte sind weiterhin erkennbar. Die Energiekosten und die damit verbundenen Entwicklungen spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle.

Für Investoren, die auf der Suche nach einem stabilen, marktbeherrschenden Geschäftsmodell sind, könnte eine genauere Betrachtung von CPKC lohnenswert sein.

Für eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Unternehmen empfehlen wir einen Blick auf unseren ausführlichen Market RoundUp

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